Bibelverse, die Kraft geben
Früher oder später geht jedem die Kraft aus. Krankheit, Trauer, lange Zeiten der Pflege anderer oder einfach die Last gewöhnlicher Tage können Leib und Seele ermüden. Die Bibel tut nicht so, als käme das nicht vor: Der Psalmist gibt zu, dass ihm Leib und Herz schwach werden, und Paulus bat darum, von seinem Pfahl im Fleisch befreit zu werden.
Die Bibel ruft nicht dazu auf, sich einfach mehr anzustrengen, sondern zeigt eine andere Quelle der Kraft. Immer wieder lenkt sie den Blick weg von unseren eigenen Reserven hin zu Gott, der nie müde wird und den Schwachen Kraft gibt.
Diese Verse sprechen von Gott als unserer Zuflucht, von neuer Kraft für Erschöpfte und davon, wie Christi Kraft gerade in unserer Schwachheit sichtbar wird.
Gott selbst ist unsere Stärke
Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.
Ps 46:2 · Luther 1912
Ein Lied von der Sicherheit des Volkes Gottes, während Völker toben und die Erde bebt. Carl Heinrich Rieger meint, Zeit und Anlass des Psalms ließen sich aus der Überschrift nicht bestimmen; er passe auf viele Nöte. John MacArthur erinnert daran, dass er Martin Luther zu „Ein feste Burg ist unser Gott“ inspirierte.
Der HERR ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn hofft mein Herz, und mir ist geholfen. Und mein Herz ist fröhlich, und ich will ihm danken mit meinem Lied.
Ps 28:7 · Luther 1912
Der Psalm wechselt abrupt vom Flehen zum Dank, obwohl sich äußerlich noch nichts geändert hat. David ist sich Gottes so sicher, dass er ihn für die Hilfe lobt, als wäre sie schon da.
Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.
Ps 73:26 · Luther 1912
Der Psalmist wäre beinahe gestrauchelt, weil er auf das Glück der Gottlosen sah. Zu Gott zurückgekehrt, gibt er zu, dass Leib und Herz durch Krankheit, Alter und Tod vergehen können, Gott aber der Fels seines Herzens und sein Teil für immer bleibt.
fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.
Jes 41:10 · Luther 1912
Gott spricht zu seinem verängstigten Volk als sein Gott. Er verspricht, bei ihm zu sein, es zu stärken, ihm zu helfen und es mit der rechten Hand seiner Gerechtigkeit zu halten.
Neue Kraft für die Müden
Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden.
Jes 40:29 · Luther 1912
Der Gott, der selbst nie müde wird (Jesaja 40:28), gibt den Müden Kraft. Wer keine eigene Stärke hat, findet sie in ihm.
aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler, daß sie laufen und nicht matt werden, daß sie wandeln und nicht müde werden.
Jes 40:31 · Luther 1912
Diese Worte sollten Israel stärken, das auf die Befreiung aus der Gefangenschaft wartete. Auf den Herrn harren heißt, auf ihn hoffen; wer das tut, wird erneuert wie ein Adler, dem neue Federn wachsen, und kann laufen und gehen, ohne zu ermatten.
Darum sprach er zu ihnen: Gehet hin und esset das Fette und trinket das Süße und sendet denen auch Teile, die nichts für sich bereitet haben; denn dieser Tag ist heilig unserm HERRN. Und bekümmert euch nicht; denn die Freude am HERRN ist eure Stärke.
Neh 8:10 · Luther 1912
Als das Volk beim Vorlesen des Gesetzes weinte, sagte Nehemia zusammen mit Esra und den Leviten, es solle nicht trauern, denn der Tag sei heilig. Man sollte feiern und denen etwas schicken, die nichts vorbereitet hatten. Die Freude am Herrn sollte ihre Stärke sein.
Siehe, ich habe dir geboten, daß du getrost und freudig seist. Laß dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.
Jos 1:9 · Luther 1912
Nach dem Tod Moses musste Josua Israel nach Kanaan führen. Sein Mut sollte auf einer Tatsache ruhen: Der Herr, sein Gott, ist mit ihm, wohin er auch geht, dieselbe Zusage, die Gott seinen Dienern zu allen Zeiten gibt (Matthäus 28:20).
Kraft, die in Schwachheit vollendet wird
Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne.
2. Kor 12:9 · Luther 1912
Paulus bat dreimal, von seinem Pfahl im Fleisch befreit zu werden. Matthew Henry weist darauf hin, dass wir nicht erfahren, was es war. Gott nahm ihn nicht weg, sondern gab Gnade, ihn zu tragen, und Christi Kraft zeigt sich am deutlichsten in menschlicher Schwachheit.
Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht, Christus.
Phil 4:13 · Luther 1912
Paulus schrieb das, als er den Philippern für ihre Gabe dankte, direkt nachdem er gesagt hatte, er habe gelernt, im Überfluss wie im Mangel zufrieden zu sein. William MacDonald erklärt: Paulus meint alles, was Gott von ihm wollte; Gott gibt die Kraft für das, was er aufträgt.
Zuletzt, meine Brüder, seid stark in dem HERRN und in der Macht seiner Stärke.
Eph 6:10 · Luther 1912
Paulus ruft die Gläubigen auf, stark zu sein, aber in der Kraft des Herrn, nicht in der eigenen. Adolf Schlatter bemerkt, dass das letzte Wort des Briefes dem Kampf gilt, den die Gemeinde gegen die Welt zu bestehen hatte; danach beschreibt Paulus die Waffenrüstung Gottes.
Darum werden wir nicht müde; sondern, ob unser äußerlicher Mensch verdirbt, so wird doch der innerliche von Tage zu Tage erneuert.
2. Kor 4:16 · Luther 1912
Paulus’ Körper nutzte sich durch Mühen und Schläge schneller ab als bei anderen. Doch der innere Mensch wird Tag für Tag erneuert, und die Hoffnung auf die Auferstehung ließ ihn nicht mutlos werden.
Was dich heute auch Kraft gekostet hat: Der Gott, der den Müden Kraft gibt, ist nahe, und seine Kraft geht nie zu Ende.