Bibelverse zum Trost

Jeder kennt Zeiten, in denen das Leben zu schwer wird: Verlust, Krankheit, Einsamkeit, Scheitern oder Sorgen, die nicht loslassen. Die Bibel tut nicht so, als wären solche Zeiten leicht. Viele ihrer Psalmen stammen von Menschen, die mitten in Gefahr und Trauer weinten und zu Gott schrien.

Was die Bibel in solchen Momenten anbietet, ist keine schnelle Lösung, sondern Gott selbst. Er kommt denen nahe, die zerbrochenen Herzens sind, Jesus lädt die Müden zu sich ein, und der Heilige Geist ist gegeben, um bei den Gläubigen zu bleiben. Gottes Trost nimmt die Not nicht immer weg, aber wir müssen ihr nicht allein begegnen.

Diese Verse kann man langsam lesen, beten und bei sich tragen. Wenn Ihr Schmerz zu schwer wird, teilen Sie ihn mit jemandem, dem Sie vertrauen: einem Freund, einem Pastor oder, wenn nötig, einer Fachperson, die helfen kann.

Gott ist nahe im finstersten Tal

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und dein Stab trösten mich.

Ps 23:4 · Luther 1912

Das finstere Tal ist tiefste Dunkelheit, ein Ort voller Gefahren bis hin zum Tod. Carl Heinrich Rieger erklärt den Stecken als das, womit der Hirte leitet und schützt, und den Stab als Zeichen seiner Geduld, die die Schafe nicht überfordert. Darum fürchtet David kein Unglück (Psalm 23).

Der HERR ist nahe bei denen, die zerbrochnes Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagen Gemüt haben.

Ps 34:19 · Luther 1912

Der Gott, der in der Höhe und im Heiligtum wohnt, neigt sich zu denen, deren Herz zerbrochen ist und die sich vor ihm demütigen (Jesaja 57:15).

Denn so du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, daß dich die Ströme nicht sollen ersäufen; und so du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht versengen.

Jes 43:2 · Luther 1912

Diese Zusagen galten zuerst Israel, dem die babylonische Gefangenschaft bevorstand. Gott verspricht kein Leben ohne tiefe Wasser und Feuer, aber er verspricht, bei seinem Volk zu sein, damit die Not es nicht vernichtet.

Gottes zarte Fürsorge

Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem ergötzt werden.

Jes 66:13 · Luther 1912

Gott vergleicht seinen Trost damit, wie eine Mutter ihr Kind tröstet. Die Zusage gilt denen, die vor seinem Wort erzitterten und dafür von ihrem eigenen Volk verspottet wurden.

Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselben vergäße, so will ich doch dein nicht vergessen.

Jes 49:15 · Luther 1912

Kurz zuvor klagt Zion, der Herr habe es verlassen und vergessen (Jesaja 49:14). Gott antwortet: Eine Mutter könnte ihr Kind vergessen, er aber vergisst sein Volk niemals.

Zähle die Wege meiner Flucht; fasse meine Tränen in deinen Krug. Ohne Zweifel, du zählst sie.

Ps 56:9 · Luther 1912

John MacArthur hält es für wahrscheinlich, dass David diesen Psalm schrieb, als die Philister ihn in Gat ergriffen hatten. Matthew Henry bemerkt, dass David sich damit tröstete, dass Gott jedes Umherirren und jede Träne zählt und wie in einem Krug und einem Buch aufbewahrt.

Jesus schenkt Ruhe

Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.

Mt 11:28–29 · Luther 1912

Adolf Schlatter schreibt, dass uns sogar der Dienst für Gott zur Mühsal wird und das Gesetz uns drückt; für solche Menschen ist Jesus gekommen. Er schenkt Ruhe, aber keine untätige: Er nimmt uns in seinen Dienst und führt uns selbst.

Und ich will den Vater bitten, und er soll euch einen andern Tröster geben, daß er bei euch bleibe ewiglich: den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht kann empfangen; denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr aber kennet ihn; denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Ich will euch nicht Waisen lassen; ich komme zu euch.

Joh 14:16–18 · Luther 1912

In der Nacht vor seinem Tod versprach Jesus den Jüngern den Heiligen Geist. Das griechische Wort für Tröster meint jemanden, der zur Hilfe herbeigerufen wird, einen Helfer von derselben Art wie Jesus selbst, der seinen Platz einnimmt und für immer bei ihnen bleibt.

Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte Mitleiden haben mit unsern Schwachheiten, sondern der versucht ist allenthalben gleichwie wir, doch ohne Sünde. Darum lasset uns hinzutreten mit Freudigkeit zu dem Gnadenstuhl, auf daß wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden auf die Zeit, wenn uns Hilfe not sein wird.

Hebr 4:15–16 · Luther 1912

Jesus wurde in allem versucht wie wir, doch ohne Sünde, darum fühlt er wirklich mit unserer Schwachheit mit. Durch ihn können wir mit Zuversicht zum Thron der Gnade kommen und Hilfe finden, wenn wir sie brauchen.

Trost, der zur Hoffnung führt

Gelobet sei Gott und der Vater unsers HERRN Jesu Christi, der Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes, der uns tröstet in aller unsrer Trübsal, daß wir auch trösten können, die da sind in allerlei Trübsal, mit dem Trost, damit wir getröstet werden von Gott.

2. Kor 1:3–4 · Luther 1912

Alle Barmherzigkeit und aller Trost kommen von Gott, und er tröstet uns, damit wir andere in ihrer Not trösten können. Paulus schrieb das nach einer Gefahr, in der er am Leben verzweifelte (2. Korinther 1:8). Manche Ausleger denken an den Aufruhr in Ephesus, MacArthur dagegen hält die Einzelheiten für unbekannt.

Denn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht wert sei, die an uns soll offenbart werden.

Röm 8:18 · Luther 1912

Paulus verharmlost das Leiden nicht, aber er stellt es neben das, was kommt: die Auferstehung und die vollkommene Gleichgestaltung mit Christus. Neben dieser Herrlichkeit fallen die jetzigen Leiden nicht ins Gewicht.

und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

Offb 21:4 · Luther 1912

Die Bibel endet mit dieser Zusage für den neuen Himmel und die neue Erde. Gott selbst wird jede Träne abwischen, und Tod, Leid und Schmerz wird es nie mehr geben.

Was auch immer Sie heute tragen, Sie dürfen es im Gebet zu Gott bringen: Er ist nahe und sorgt für Sie.