Bibelverse über die Weisheit
Weisheit ist in der Bibel viel praktischer als Klugheit oder Bildung. Weise ist, wer Gott kennt und in seiner Welt gut zu leben versteht: wer auf seine Worte achtet, Freunde mit Bedacht wählt, ehrlich arbeitet und Entscheidungen im Blick auf die Ewigkeit trifft. Ganze Bücher sind ihr gewidmet, etwa die Sprüche, Hiob und der Prediger.
Ebenso klar sagt die Bibel, woher Weisheit kommt. Sie beginnt mit der Ehrfurcht vor Gott, er schenkt sie jedem, der ihn bittet, und im Neuen Testament zeigt sie sich in ganzer Fülle in Jesus Christus. Weisheit ist kein Vorrecht weniger Begabter: Gott gibt sie denen, die ihn suchen.
Die folgenden Verse zeigen, wo Weisheit anfängt, wie man Gott darum bittet, wie sie sich im Alltag zeigt und warum Christus selbst Gottes Weisheit ist.
Wo die Weisheit beginnt
Der Weisheit Anfang ist des HERRN Furcht, und den Heiligen erkennen ist Verstand.
Spr 9:10 · Luther 1912
Der Vers wiederholt das Leitwort des ganzen Buches (Sprüche 1:7). Gottesfurcht ist keine Panik, sondern ehrfürchtiges Staunen, das Gott ernst nimmt. Aus ihr wächst jede andere Weisheit.
Denn der HERR gibt Weisheit, und aus seinem Munde kommt Erkenntnis und Verstand.
Spr 2:6 · Luther 1912
Weisheit ist zuerst Geschenk und dann Leistung. John MacArthur weist darauf hin, dass Gottes Worte in der Schrift stehen: Weisheit kommt durch Offenbarung. William MacDonald ergänzt, dass der Herr uns zu Schülern macht, die lernen, Wahrheit von Irrtum zu unterscheiden. Salomo wusste das aus eigener Erfahrung (1. Könige 3:9–12).
Wohl dem Menschen, der Weisheit findet, und dem Menschen, der Verstand bekommt!
Spr 3:13 · Luther 1912
Hier wird der Mensch glücklich genannt, der Weisheit findet. MacDonald sieht in der Weisheit der Sprüche zugleich ein verhülltes Bild auf Christus. Die folgenden Verse stellen sie über Silber und Gold, deshalb lohnt es sich, sie von ganzem Herzen zu suchen.
Gott um Weisheit bitten
So aber jemand unter euch Weisheit mangelt, der bitte Gott, der da gibt einfältig jedermann und rücket’s niemand auf, so wird sie ihm gegeben werden.
Jak 1:5 · Luther 1912
Jakobus schrieb an Christen, die Prüfungen durchlebten, und meint die Weisheit, solche Zeiten gut zu bestehen. MacArthur erklärt, dass es nicht um philosophische Spekulation geht, sondern um praktisches Wissen, wie man zur Ehre Gottes lebt. Man darf mit seiner Ratlosigkeit zu Gott kommen und muss keinen Vorwurf fürchten.
Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden.
Ps 90:12 · Luther 1912
Dies ist ein Gebet des Mose. Die Weisheit wächst hier aus der Erinnerung daran, wie kurz das Leben ist. Wer bedenkt, dass seine Tage gezählt sind, lernt, sie für das Wesentliche zu nutzen.
Die Weisheit aber von obenher ist aufs erste keusch, darnach friedsam, gelinde, läßt sich sagen, voll Barmherzigkeit und guter Früchte, unparteiisch, ohne Heuchelei.
Jak 3:17 · Luther 1912
Jakobus stellt zwei Arten von Weisheit gegenüber: eine voller Neid und Streitsucht und eine, die von Gott kommt. William MacDonald betont, dass die himmlische Weisheit zuerst rein ist, dann friedfertig. Man erkennt sie nicht an klugen Reden, sondern am Charakter: sanftmütig, lenksam, voll Erbarmen und aufrichtig.
Weisheit im Alltag
Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, den vergleiche ich einem klugen Mann, der sein Haus auf einen Felsen baute.
Mt 7:24 · Luther 1912
Mit diesem Bild schließt Jesus die Bergpredigt. Nach MacArthur ist sie eine Anwendung des Evangeliums. Es genügt nicht, Jesu Worte zu hören: Klug ist, wer sie tut, und ein solches Leben hält, wenn die Stürme kommen.
Wer mit den Weisen umgeht, der wird weise; wer aber der Narren Geselle ist, der wird Unglück haben.
Spr 13:20 · Luther 1912
Wir werden denen ähnlich, mit denen wir unterwegs sind. MacDonald erinnert an das Wort des Paulus, dass schlechter Umgang gute Sitten verdirbt (1. Korinther 15:33). Weise Gesellschaft macht mit der Zeit weiser, törichte schadet.
Christus, die Weisheit Gottes
Denn die göttliche Torheit ist weiser, als die Menschen sind; und die göttliche Schwachheit ist stärker, als die Menschen sind.
1. Kor 1:25 · Luther 1912
Vielen in Korinth erschien ein gekreuzigter Retter als Torheit und Schwäche. Adolf Schlatter erklärt, dass Gott in diesem Werk nicht seine Weisheit und Macht zur Schau stellt, sondern seine Gnade sichtbar macht. MacDonald betont: In Gott gibt es keine echte Torheit. Was Menschen töricht scheint, ist weiser als ihre beste Klugheit.
in welchem verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.
Kol 2:3 · Luther 1912
Falsche Lehrer in Kolossä versprachen Geheimwissen für eine geistliche Elite. Paulus sagt dagegen, dass alles, was wir von Gott wissen müssen, in Christus liegt. Schlatter beschreibt es so: Die Weisheit ist in Jesus nicht verborgen, damit sie uns unzugänglich bleibt, sondern Gott hat diesen Schatz dort erschlossen, damit wir ihn finden.
Wahre Weisheit beginnt bei Gott, zeigt sich in Christus und wird jedem geschenkt, der darum bittet.