Kommen Haustiere in den Himmel?

Kurze Antwort

Die Bibel sagt nicht, ob unsere Haustiere im Himmel sein werden. Sie zeigt, dass Gott für jedes Tier sorgt und die ganze Schöpfung erneuern will, darum hoffen viele Christen darauf, aber ein Versprechen für ein bestimmtes Tier gibt die Schrift nicht.

Wer einen Hund, eine Katze oder ein Pferd geliebt hat, weiß, wie schwer es ist, ein Tier zu verlieren, und viele fragen, ob sie ihr Tier wiedersehen werden. Das ist eine berechtigte und sehr menschliche Frage. Eine direkte Antwort gibt die Bibel darauf nicht. Doch über Tiere, Tod und die neue Schöpfung sagt sie genug, dass wir mit Hoffnung darüber nachdenken können, ohne mehr zu behaupten, als Gott gesagt hat.

Gott sorgt für die Tiere, die er gemacht hat

Tiere sind für Gott kein Zufall. In einem Psalm Davids heißt es vom Herrn:

(Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes und dein Recht wie eine große Tiefe. HERR, du hilfst Menschen und Vieh.

Ps 36:7 · Luther 1912

MacArthur sagt zu diesem Abschnitt kurz, dass diese Eigenschaften Gottes grenzenlos sind. Die Neue Genfer Studienbibel bemerkt, dass das Bild der großen Tiefe die unermessliche Größe Gottes ausdrückt. Dieselbe Liebe, die uns erhält, erhält also auch die Tiere.

Was mit einem Tier nach dem Tod geschieht, sagt das nicht. Aber es sagt, wer Gott ist: Er sieht und trägt die Geschöpfe, die er gemacht hat. Unsere Trauer um ein Tier ist nicht töricht, sondern ein kleiner Nachhall seiner eigenen Fürsorge für sie.

Was die Bibel nicht sagt

Die einzige Stelle, die das Sterben von Menschen und Tieren vergleicht, ist nüchtern:

Denn es geht dem Menschen wie dem Vieh: wie dies stirbt, so stirbt er auch, und haben alle einerlei Odem, und der Mensch hat nichts mehr als das Vieh; denn es ist alles eitel. Es fährt alles an einen Ort; es ist alles von Staub gemacht und wird wieder zu Staub. Wer weiß, ob der Odem der Menschen aufwärts fahre und der Odem des Viehes unterwärts unter die Erde fahre?

Pred 3:19–21 · Luther 1912

MacArthur erklärt, dass Salomo hier nicht vom ewigen Schicksal spricht, sondern von dem, was alles irdische Fleisch gemeinsam hat: Das Ende von Mensch und Tier auf der Erde ist der Tod. Zugleich habe Gott die menschliche Seele unsterblich geschaffen. Die Neue Genfer Studienbibel erinnert daran, dass der Leib wieder zu Staub wird, der Geist des Menschen aber zu Gott zurückkehrt (Prediger 12:7).

Daraus wird das Wichtigste sichtbar. Die Bibel lehrt klar, dass der Mensch im Bild Gottes und für die Ewigkeit geschaffen ist. Ob Tiere dasselbe ewige Ziel haben, beantwortet sie weder mit Ja noch mit Nein. Hier schweigt die Schrift einfach.

Die Hoffnung auf eine erneuerte Schöpfung

Die Bibel verheißt aber etwas Größeres: Die ganze Schöpfung wird erneuert. Jesaja beschreibt die Herrschaft des Messias:

Die Wölfe werden bei den Lämmern wohnen und die Parder bei den Böcken liegen. Ein kleiner Knabe wird Kälber und junge Löwen und Mastvieh miteinander treiben.

Jes 11:6 · Luther 1912

MacArthur bezieht diese Worte auf das kommende Tausendjährige Reich, in dem alle Feindschaft vergehen wird, auch die zwischen Menschen und Tieren. Andere Ausleger verstehen die Tiere als Bild, aber den Gedanken, dass Tiere in Gottes neuer Welt ihren Platz haben, schließt der Text nicht aus.

Paulus spricht von einer Hoffnung, die mehr einschließt als den Menschen:

Denn auch die Kreatur wird frei werden vom Dienst des vergänglichen Wesens zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes.

Röm 8:21 · Luther 1912

Carl Heinrich Rieger sieht in diesem Abschnitt, dass die ganze Kreatur mitleidet und mit auf die Herrlichkeit wartet. William MacDonald schreibt, dass die Schöpfung auf den Garten Eden zurückblickt und die Hoffnung bewahrt, dass dieser Zustand wiederkehrt, wenn sie von der Knechtschaft der Vergänglichkeit befreit wird. Diese Worte deuten an, dass die Tiere in dem, was Gott neu macht, einen Platz haben, über ein einzelnes Tier sagen sie aber nichts.

Was man einem Trauernden sagen kann

Man soll nichts versprechen, was die Bibel nicht verspricht, und die Hoffnung nicht abtun, die sie offen lässt. Gott ist gut, und in der neuen Schöpfung wird er alle Tränen abwischen (Offenbarung 21:4). Ob unsere Tiere dabei sein werden, wissen wir nicht, aber wir können dem vertrauen, der sie gemacht hat und Gutes und Großzügiges tut. Bis dahin dürfen wir ihm für das Geschenk eines treuen Gefährten danken.

Vor allem richtet die Bibel unseren Blick auf das, was gewiss ist: Jesus ist gestorben und auferstanden, damit wir ewig bei Gott leben (Johannes 14:2–3). Diese Hoffnung trägt, und auf sie kann man sich stützen.