Wie ist der Himmel? Was die Bibel sagt
Die Bibel beschreibt den Himmel als das Haus des Vaters, wo Glaubende bei Christus und bei Gott selbst leben, in neuen Leibern, ohne Tod, Trauer und Schmerz. Sie gibt Bilder statt einer Landkarte, und im Zentrum steht Gottes Nähe.
Viele stellen sich den Himmel als Wolken und Harfen vor oder als vage Ruhe irgendwo oben. Die Bibel sagt über die „Landschaft” weniger, als wir es gern hätten, aber was sie sagt, ist reich: von einem Zuhause, von einer Person, von einem verwandelten Leib und von einer neuen Welt.
Ein Zuhause im Haus des Vaters
Am Abend vor seinem Tod tröstete Jesus seine verstörten Jünger mit einer Zusage.
In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe euch die Stätte zu bereiten, so will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin.
Joh 14:2–3 · Luther 1912
Adolf Schlatter sieht in diesen Worten zwei Seiten einer einzigen Güte: Blickt Jesus auf die Gnade des Vaters, so hat der Vater schon für die Jünger gesorgt und will sie bei sich haben; blickt er auf sein eigenes Werk, so bereitet er ihnen den Ort. John MacArthur erklärt, dass der Weggang Christi ihnen nützt: Er geht, um ihnen ein himmlisches Heim zu bereiten, und kommt wieder, um sie zu sich zu nehmen. William MacDonald versteht „den Ort bereiten” doppelt: Jesus bereitet ihn zuerst durch Golgatha, und er wird wiederkommen, wenn die Toten auferstehen und die Lebenden verwandelt werden. Matthew Henry hält fest, dass die Seligkeit des Himmels hier als Haus des Vaters beschrieben wird, mit vielen Wohnungen, weil viele Söhne zur Herrlichkeit geführt werden.
Im Kern geht es beim Himmel also nicht um einen Ort, sondern um eine Person. Jesus verspricht, dass wir dort sein werden, wo er ist.
Mehr, als wir uns vorstellen können
Paulus spricht von dem, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.
Sondern wie geschrieben steht: «Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.
1. Kor 2:9 · Luther 1912
Viele beziehen diese Worte auf den Himmel. Albert Barnes und John MacArthur weisen jedoch darauf hin, dass der Vers im Zusammenhang von der Weisheit Gottes im Evangelium spricht, die weder Auge noch Ohr noch menschliches Nachdenken erfassen und die der Geist den Glaubenden offenbart. Barnes räumt ein, dass man ihn indirekt auf die Zukunft anwenden darf: Wenn Gott schon jetzt so Großes schenkt, wird das Kommende noch größer sein. Der Vers beschreibt also keine himmlische Szenerie, erinnert aber daran, dass Gottes Gaben alles Erwarten übersteigen.