Wer hat Gott erschaffen?
Niemand hat Gott erschaffen. Nach der Bibel hat er weder Anfang noch Ende: Er ist der ewige Schöpfer, und alles andere ist durch ihn geworden. Die Frage unterstellt, Gott sei selbst etwas Geschaffenes, doch die Schrift stellt ihn auf die andere Seite: als den, der alles gemacht hat.
Alles, was wir sehen, hat einen Anfang und eine Ursache: Ein Kind hat Eltern, ein Haus hat einen Baumeister. Darum liegt die Frage nahe, wer Gott gemacht hat. Sie ist berechtigt, und die Bibel antwortet darauf, wenn auch nicht mit dem Namen eines Urhebers. Sie zeigt, dass Gott ein Wesen ganz anderer Art ist als alles Geschaffene.
Gott hat keinen Anfang
Ein Psalm, der Mose zugeschrieben wird, beginnt mit einem Gebet über die Ewigkeit Gottes.
Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit,
Ps 90:2 · Luther 1912
Matthew Henry schreibt zu diesem Psalm, dass tausend Jahre vor Gott nichts sind: Zwischen einer Minute und einer Million Jahre gebe es noch ein Verhältnis, zwischen Zeit und Ewigkeit keines. Gott lebt nicht wie wir innerhalb der Zeit. John MacArthur ergänzt, dass Gottes Wesen weder Anfang noch Ende kennt, der Zeit nicht unterworfen ist und dass die Zeit selbst in ihm ihren Grund hat.
So beginnt auch die ganze Bibel. Sie beweist nicht, dass Gott da ist, und fragt nicht, woher er kam (1. Mose 1:1). MacArthur bemerkt, dass „Im Anfang“ den Beginn des Universums in Zeit und Raum bezeichnet, während Gott selbst von Ewigkeit her existiert. Mose versucht nicht, Gottes Dasein zu verteidigen, denn es wird vorausgesetzt.
Vor ihm und neben ihm ist kein Gott
Jahrhunderte später spricht Gott durch Jesaja zu Israeliten, die von den Göttern der Nachbarvölker angezogen wurden.
So spricht der HERR, der König Israels, und sein Erlöser, der HERR Zebaoth: Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir ist kein Gott.
Jes 44:6 · Luther 1912
Albert Barnes erklärt, dass „der Erste und der Letzte“ bedeutet: Gott war vor allen Dingen und wird in Ewigkeit sein. MacArthur zählt auf, wie der Herr sich hier nennt: König Israels, Erlöser, Herr der Heerscharen und der ewig Seiende. Jesus bekräftigt seine Gottheit, indem er von sich dieselben Worte „der Erste und der Letzte“ gebraucht (Offenbarung 1:17). Gleich danach verspottet Jesaja die Götzen, die von Menschenhand gemacht sind (Jesaja 44:9). Darum geht es: Ein Gott, den jemand gemacht hat, ist nicht Gott. Der wahre Gott ist der, den niemand gemacht hat.