Wer hat die Bibel geschrieben?

Kurze Antwort

Die Bibel wurde von etwa vierzig Menschen geschrieben, darunter Mose, David, die Propheten und Apostel wie Paulus, Petrus und Johannes, über mehr als tausend Jahre hinweg. Doch die Schrift lehrt, dass Gott ihr eigentlicher Urheber ist: Der Heilige Geist leitete diese Menschen, sodass ihre Worte sein Wort sind.

Die Bibel ist nicht ein einziges Buch, das in einem Zug entstanden ist. Sie ist eine Bibliothek aus 66 Büchern, geschrieben auf Hebräisch, Aramäisch und Griechisch von etwa vierzig Menschen über mehr als tausend Jahre. Unter ihren Verfassern sind ein Hirte, der König wurde, Propheten und Priester, ein Zöllner, ein Arzt, Fischer und ein Mann, der einst die Gemeinde verfolgte.

Trotzdem gibt sich die Bibel nicht als Sammlung menschlicher Meinungen über Gott aus. Sie versteht sich als Gottes eigene Botschaft, weitergegeben durch menschliche Schreiber. Deshalb hat die Frage „Wer hat die Bibel geschrieben?“ zwei Antworten: die Menschen, die die Feder führten, und Gott, der durch sie sprach.

Gott ist der eigentliche Urheber

In seinem Brief an Timotheus erklärt Paulus, woher die Schrift kommt:

Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit,

2. Tim 3:16 · Luther 1912

Das griechische Wort, das Paulus hier gebraucht, bedeutet „von Gott gehaucht“. Adolf Schlatter betont, dass Paulus das nicht nur von besonders wichtigen Stellen sagt, sondern von allem, was in der Schrift steht: Jede Stelle stammt aus Gottes Geist. Darum hat die Schrift Autorität zu lehren, zurechtzuweisen und zu erziehen. Ob Paulus dabei nur an das Alte Testament denkt, das Timotheus von Kind auf kannte, wird unterschiedlich gesehen: William MacDonald bezieht die Aussage auch auf die damals schon geschriebenen Bücher des Neuen Testaments.

Petrus beschreibt, wie das geschah:

Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht; sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist.

2. Petr 1:20–21 · Luther 1912

John MacArthur weist darauf hin, dass Lukas dasselbe griechische Wort, mit dem Petrus das Wirken des Geistes beschreibt, für ein Schiff verwendet, das vom Wind getrieben wird. Die Propheten sprachen nicht aus eigenem Willen, der Geist trieb sie. Und doch war das kein mechanisches Diktat: Nach MacArthur gebrauchten die Schreiber ihren eigenen Verstand, ihre Erfahrung und ihren Wortschatz und schrieben dennoch genau Gottes Wort.

David sagte am Ende seines Lebens dasselbe über seine Lieder:

Der Geist des HERRN hat durch mich geredet, und seine Rede ist auf meiner Zunge.

2. Sam 23:2 · Luther 1912

Die Menschen, die die Feder führten

Viele biblische Bücher nennen ihre Verfasser, andere sind anonym. Hier einige der wichtigsten menschlichen Autoren.

  • Mose. Die Bibel sagt, dass Mose die Worte des Herrn aufschrieb (2. Mose 24:4), und die jüdische und christliche Überlieferung sieht in ihm den Verfasser der fünf Bücher Mose. Den Bericht über seinen Tod am Ende des 5. Buches Mose schrieb jemand anderes; MacArthur vermutet den Verfasser des Buches Josua (5. Mose 34:5–12).
  • David und andere Psalmdichter. Die Überschriften der Psalmen nennen bei vielen David, außerdem Asaf, die Söhne Korachs, Salomo und Mose (Psalm 90).
  • Salomo steht am Anfang der Sprüche (Sprüche 1:1), doch das Buch enthält auch Worte anderer Weiser, etwa Agurs und Lemuels (Sprüche 30:1; Sprüche 31:1).
  • Die Propheten. Jesaja, Jeremia, Hesekiel, Daniel und die zwölf kleinen Propheten tragen die Namen derer, deren Botschaften sie festhalten. Jeremia diktierte seine Worte seinem Schreiber Baruch (Jeremia 36:4).
  • Die Evangelisten. Matthäus und Johannes gehörten zu den zwölf Aposteln. Matthew Henry gibt das alte Zeugnis wieder, dass Markus, der Begleiter des Petrus, aufschrieb, was Petrus gepredigt hatte (1. Petrus 5:13). Lukas, der Verfasser des dritten Evangeliums und der Apostelgeschichte, war Arzt und Reisebegleiter des Paulus (Kolosser 4:14).
  • Die Briefe der Apostel. Paulus schrieb dreizehn Briefe. Meist diktierte er sie einem Helfer wie Tertius (Römer 16:22) und fügte am Ende einen Gruß mit eigener Hand hinzu (2. Thessalonicher 3:17). Auch Petrus, Jakobus, Johannes und Judas schrieben Briefe, und Johannes hielt die Visionen der Offenbarung fest (Offenbarung 1:1).

Lukas erklärt, wie er vorging:

Sintemal sich’s viele unterwunden haben, Bericht zu geben von den Geschichten, so unter uns ergangen sind, wie uns das gegeben haben, die es von Anfang selbst gesehen und Diener des Worts gewesen sind: habe ich’s auch für gut angesehen, nachdem ich’s alles von Anbeginn mit Fleiß erkundet habe, daß ich’s dir, mein guter Theophilus, in Ordnung schriebe,

Lk 1:1–3 · Luther 1912

Lukas gibt sich nicht als Augenzeuge aus. Er stützte sich auf die, die von Anfang an bei Jesus waren, prüfte alles sorgfältig und schrieb einen geordneten Bericht. Inspiration ersetzte keine gründliche Arbeit; der Heilige Geist leitete auch sie.

Einige Bücher wie Richter, Könige, Hiob und der Hebräerbrief nennen ihren Verfasser nicht. Hier lautet die ehrliche Antwort: Wir wissen nicht sicher, wer die Feder führte. Klar ist aber die eine Quelle hinter all diesen Büchern.

Wie Jesus und die Apostel diese Schriften sahen

Jesus behandelte das Alte Testament als Gottes Wort. Er sprach vom Gesetz des Mose, den Propheten und den Psalmen (Lukas 24:44); nach MacArthur ist damit das ganze Alte Testament gemeint. Als er einen Psalm Davids zitierte, sagte er, David habe im Heiligen Geist gesprochen (Markus 12:36), und er betonte, dass die Schrift nicht aufgehoben werden kann (Johannes 10:35).

Jesus versprach seinen Aposteln, dass der Heilige Geist sie lehren und an alles erinnern würde, was er gesagt hatte (Johannes 14:26). Auf dieser Zusage stehen ihre Predigt und ihre Schriften. Paulus dankte den Thessalonichern, dass sie seine Botschaft nicht als Menschenwort, sondern als Gottes Wort aufgenommen hatten (1. Thessalonicher 2:13), und Petrus stellte die Briefe des Paulus neben die übrige Schrift (2. Petrus 3:15–16).

Was das für dich bedeutet

Weil Gott der Urheber der Bibel ist, ist sie mehr als ein altes Glaubensbuch. Durch sie spricht Gott noch heute, und sein Wort dringt hinter die Fassade bis zu den Gedanken und Absichten des Herzens.

Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer denn kein zweischneidig Schwert, und dringt durch, bis daß es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.

Hebr 4:12 · Luther 1912

Die Schreiber lebten an verschiedenen Orten, in verschiedenen Kulturen und Jahrhunderten, und doch zieht sich eine Geschichte von der Schöpfung bis zur Offenbarung, und Jesus selbst sagte, dass die Schriften von ihm zeugen (Johannes 5:39). Reiche kommen und gehen, Generationen vergehen, doch Gottes Wort bleibt, wie MacArthur schreibt, unveränderlich, und sein Plan erfüllt sich.

Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; aber das Wort unsres Gottes bleibt ewiglich.

Jes 40:8 · Luther 1912

Du kannst die Bibel voller Vertrauen aufschlagen. Viele Hände haben sie geschrieben, aber eine Stimme spricht durch sie, und diese Stimme lädt dich ein, Gott zu kennen und seinem Sohn zu vertrauen.