Trausprüche: Bibelverse zur Hochzeit und über die Ehe

Die Ehe beginnt auf den ersten Seiten der Bibel: Gott selbst führt die Frau zum Mann. Sein erstes Wunder tat Jesus auf einer Hochzeit in Kana (Johannes 2:1–11), und die Bibel endet mit dem Hochzeitsmahl des Lammes (Offenbarung 19:7–9). Paulus nennt die Verbindung von Mann und Frau sogar ein Bild für Christus und seine Gemeinde (Epheser 5:31–32).

Die Bibel sagt auch ehrlich, dass Ehe Arbeit bedeutet. Zwei Menschen mit ihren Schwächen versprechen einander, sich zu lieben, zu vergeben und ein Leben lang treu zu bleiben, und dafür brauchen sie Gottes Hilfe.

Die folgenden Verse eignen sich als Trauspruch für die kirchliche Trauung, für Hochzeitskarte und Einladung und für Ehepaare, die sich auch Jahre nach dem Hochzeitstag an Gottes Plan für die Ehe erinnern wollen. Der Bibeltext steht hier in der Lutherübersetzung von 1912; viele Paare wählen ihren Trauspruch in einer neueren Übersetzung.

Gottes Plan für die Ehe

Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.

1. Mo 2:18 · Luther 1912

Nach jedem Schöpfungstag sah Gott, dass es gut war. Jamieson, Fausset und Brown betonen, dass das Alleinsein des Menschen das Erste ist, das Gott nicht gut nennt. Die Frau wird als Hilfe geschaffen, die zu ihm passt, als sein Gegenüber.

Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen, und sie werden sein ein Fleisch.

1. Mo 2:24 · Luther 1912

Diese Worte geben jeder Ehe ihr Muster: Vater und Mutter verlassen, der eigenen Frau anhangen und ein Fleisch werden. Jesus zitiert sie als Wort des Schöpfers selbst (Matthäus 19:4–5).

So sind sie nun nicht zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.

Mt 19:6 · Luther 1912

Auf die Frage nach der Scheidung weist Jesus auf den Anfang zurück. Adolf Schlatter bemerkt, dass die Fragenden nur wissen wollten, wie weit das Recht des Mannes reicht, während Jesus fragt, was Gott gemacht hat: Gott hat Mann und Frau verbunden, und der Mensch soll Gottes Werk nicht zerstören.

Ein Lied Salomos im höhern Chor. Wo der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Wo der HERR nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst.

Ps 127:1 · Luther 1912

Der Psalm wird Salomo zugeschrieben. William MacDonald erinnert daran, dass alles Tun ohne den Herrn vergebliche Mühe bleibt. Darum wählen viele Paare diesen Trauspruch als Gebet, dass der Herr ihr Haus bauen möge.

Lesungen für die Trauung

Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungebärdig, sie suchet nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit; sie verträgt alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles.

1. Kor 13:4–7 · Luther 1912

Das ist wohl die bekannteste Lesung bei Hochzeiten. Paulus schrieb sie zuerst an eine Gemeinde, die durch Stolz gespalten war, und beschrieb eine Liebe, die nicht das Ihre sucht.

Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz und wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod, und ihr Eifer ist fest wie die Hölle. Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des HERRN, daß auch viele Wasser nicht mögen die Liebe auslöschen noch die Ströme sie ertränken. Wenn einer alles Gut in seinem Hause um die Liebe geben wollte, so gölte es alles nichts.

Hld 8:6–7 · Luther 1912

Die Braut bittet, wie ein Siegel auf das Herz und den Arm ihres Geliebten gesetzt zu werden. Ein Siegel trug den Namen oder das Bild seines Besitzers, und die Worte beschreiben eine Liebe, stark wie der Tod, die viele Wasser nicht auslöschen können. Viele Ausleger sehen im Hohenlied auch ein Bild der Liebe zwischen Gott und seinem Volk.

So ist’s ja besser zwei als eins; denn sie genießen doch ihrer Arbeit wohl. Fällt ihrer einer, so hilft ihm sein Gesell auf. Weh dem, der allein ist! Wenn er fällt, so ist kein anderer da, der ihm aufhelfe. Auch wenn zwei beieinander liegen, wärmen sie sich; wie kann ein einzelner warm werden? Einer mag überwältigt werden, aber zwei mögen widerstehen; und eine dreifältige Schnur reißt nicht leicht entzwei.

Pred 4:9–12 · Luther 1912

Zwei sind besser als einer: Sie helfen einander auf, wärmen sich und stehen gemeinsam gegen Gefahr. Der Abschnitt spricht von Gemeinschaft allgemein, doch die Ehe ist ihr engstes Beispiel, und viele Paare sehen in Gott die dritte Schnur ihres Bundes.

Ruth antwortete: Rede mir nicht ein, daß ich dich verlassen sollte und von dir umkehren. Wo du hin gehst, da will ich auch hin gehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.

Rut 1:16 · Luther 1912

Diese Worte sagte Rut nicht zu einem Ehemann, sondern zu ihrer Schwiegermutter Noomi. Matthew Henry sieht darin eine Seele, die das bessere Teil wählt, denn Rut machte Noomis Gott zu ihrem Gott. Bei Hochzeiten werden sie als Bild lebenslanger Treue gelesen.

Liebe, die bleibt

Ihr Männer, liebet eure Weiber, gleichwie Christus auch geliebt hat die Gemeinde und hat sich selbst für sie gegeben,

Eph 5:25 · Luther 1912

Paulus gibt dem Mann das Maß seiner Liebe: so, wie Christus die Gemeinde geliebt und sich für sie gegeben hat. Carl Heinrich Rieger bemerkt, dass Paulus bei den Eheleuten beginnt, weil sich ein Mangel zwischen ihnen bald auf das ganze Haus ausbreitet, während Liebe dieses mühselige Leben sehr erleichtert.

So ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; und vertrage einer den andern und vergebet euch untereinander, so jemand Klage hat wider den andern; gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.

Kol 3:12–14 · Luther 1912

Solange wir in dieser Welt leben, schreibt Matthew Henry, wird es manchmal Streit geben, darum sollen wir einander vergeben, wie Christus uns vergeben hat. Die Liebe hält alle anderen Tugenden zusammen, und deshalb ist dieser Abschnitt ein guter Rat für jedes Ehepaar.

Alle eure Dinge lasset in der Liebe geschehen!

1. Kor 16:14 · Luther 1912

Ein kurzer und beliebter Trauspruch für die Hochzeitskarte. Paulus schrieb ihn an Korinther, bei denen vieles im Geist der Rivalität geschah: Was wir auch tun, es soll in Liebe geschehen.

Die Ehe soll ehrlich gehalten werden bei allen und das Ehebett unbefleckt; die Hurer aber und die Ehebrecher wird Gott richten.

Hebr 13:4 · Luther 1912

Der Vers ruft dazu auf, die Ehe bei allen in Ehren zu halten. Er erinnert Mann und Frau auch daran, das Ehebett rein zu halten und einander treu zu bleiben.

Wer eine Ehefrau findet, der findet etwas Gutes und kann guter Dinge sein im HERRN.

Spr 18:22 · Luther 1912

Eine gute Ehefrau ist ein Geschenk des Herrn. Der Spruch sieht die Ehe so, wie sie sein soll, und erkennt in jeder echten Verbindung Gottes Hand, die Mann und Frau zu ihrem gemeinsamen Wohl zusammenfügt.

Möge Ihre Ehe auf Christus gebaut sein, und möge seine Liebe Sie lehren, einander gut zu lieben.