Kann ich sicher sein, dass ich gerettet bin?

Kurze Antwort

Ja. Die Bibel sagt, dass Gott will, dass Glaubende ihr ewiges Leben kennen, und sie gründet diese Gewissheit auf Christi Zusage und Gottes Macht, die Seinen zu bewahren, nicht auf Gefühle oder Leistung.

Viele aufrichtige Christen kennen Zeiten des Zweifels. Sie vertrauen auf Jesus und fragen sich doch: Glaube ich genug? Haben meine Sünden alles zunichtegemacht? Werde ich bis ans Ende durchhalten? Die Bibel wischt solche Fragen nicht weg und lässt sie auch nicht ohne Antwort.

Gott will, dass du es weißt

Der Apostel Johannes sagt offen, wozu er seinen ersten Brief geschrieben hat.

Solches habe ich euch geschrieben, die ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes, auf daß ihr wisset, daß ihr das ewige Leben habt, und daß ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes.

1. Joh 5:13 · Luther 1912

John MacArthur erklärt: Das Johannesevangelium wurde geschrieben, um Ungläubige zum Glauben zu führen, der Brief dagegen, um Glaubenden die Gewissheit des ewigen Lebens zu geben. Falsche Brüder hatten die Gemeinde verlassen und sie verunsichert; Johannes beruhigt die, die an den Grundlagen festhalten: an der rechten Lehre über Christus, am Gehorsam und an der Liebe. William MacDonald ergänzt, dass diese Gewissheit durch das Wort Gottes kommt. Man muss nicht raten oder im Dunkeln tasten, denn Rettung ist keine bloße Wahrscheinlichkeit.

Warum die Gewissheit auf Christus ruht und nicht auf dir

Jesus selbst spricht über Gegenwart und Zukunft des Glaubenden.

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubet dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.

Joh 5:24 · Luther 1912

Adolf Schlatter sieht darin: Wer das Wort Christi angenommen hat, wird nicht mehr als Sünder unter das göttliche Gericht gestellt; er hat den großen Schritt aus dem Tod ins Leben getan. Ist das ewige Leben ein Geschenk, das man im Glauben empfängt, und kein Lohn für Mühe (Epheser 2:8–9), dann kann man es nicht durch Unvollkommenheit an einem schlechten Tag verlieren.

Noch persönlicher ist das Wort von den Schafen, die Jesu Stimme hören und ihm folgen.

Denn meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie; und sie folgen mir, und ich gebe ihnen das ewige Leben; und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie mir aus meiner Hand reißen. Der Vater, der mir sie gegeben hat, ist größer denn alles; und niemand kann sie aus meines Vaters Hand reißen.

Joh 10:27–29 · Luther 1912

MacArthur hebt hervor: Die Sicherheit der Schafe liegt beim Hirten, der die Macht hat, sie zu bewahren, und hinter ihm steht der Vater, der über alles herrscht. Er nennt es die stärkste Zusage vollständiger Sicherheit für jeden wahren Christen. MacDonald fügt hinzu, dass dieses Leben nicht von ihrem Verhalten abhängt.

Nichts kann uns von Gottes Liebe trennen

Am Ende des großen Kapitels über das Leben im Geist zählt Paulus alles auf, was man sich denken kann.

Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch keine andere Kreatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm HERRN.

Röm 8:38–39 · Luther 1912

MacDonald beschreibt, wie der Apostel das ganze Weltall nach etwas durchsucht, das uns von Gottes Liebe trennen könnte, und wie eine Möglichkeit nach der anderen zusammenbricht. Beachten Sie, wessen Liebe das ist: Gottes Liebe zu uns, nicht unsere zu ihm.

Wo Christen verschieden denken und was bei Zweifeln hilft

An einem Punkt lesen Christen diese Stellen unterschiedlich. Viele, darunter MacArthur und MacDonald, lehren, dass jeder wahre Glaubende von Gott bewahrt wird und nie verloren geht. Andere folgen John Wesley: In seiner Anmerkung zu Johannes 10 schreibt er, wer Christus wirklich liebe, gehe nicht verloren, sofern er in dieser Liebe bleibe, und zu Johannes 5,24, der Glaubende komme nicht ins Gericht, es sei denn, er erleide Schiffbruch im Glauben. Beide Sichtweisen rufen dazu auf, auf Christus zu vertrauen und nicht auf sich selbst, und beide ermutigen, ihm weiter zu folgen.

Wenn Zweifel quälen, schauen Sie zuerst auf das, was Christus zugesagt hat, nicht auf Ihre Stimmung von heute. Fragen Sie sich, ob Sie ihm als Retter vertrauen, seine Stimme in der Schrift hören und ihm folgen möchten, wenn auch schwach. Hartnäckige Zweifel, die das Gewissen beunruhigen, sollten Sie mit einem Pastor oder einem reifen Christen besprechen. Und der Herr stößt keinen hinaus, der zu ihm kommt (Johannes 6:37).