Wie werde ich gerettet?

Kurze Antwort

Die Bibel lehrt, dass wir aus Gottes Gnade durch den Glauben an Jesus Christus gerettet werden, nicht durch eigene gute Werke. Wer sich von der Sünde abwendet, darauf vertraut, dass Jesus für seine Sünden starb und auferstand, und ihn als Herrn bekennt, empfängt Vergebung und ewiges Leben.

Kaum eine Frage ist wichtiger als diese. In der Apostelgeschichte wird von einem Gefängnisaufseher in Philippi erzählt. Nach einem nächtlichen Erdbeben fiel er zitternd vor Paulus und Silas nieder und fragte genau das: Was muss ich tun, um gerettet zu werden (Apostelgeschichte 16:30)? Die Antwort war kurz und klar:

Sie sprachen: Glaube an den HERRN Jesus Christus, so wirst du und dein Haus selig!

Apg 16:31 · Luther 1912

William MacDonald bemerkt, dass die Angst des Aufsehers um seine Stelle einer tieferen Angst gewichen war: Er sah sich nun als Sünder vor Gott. Dort beginnt Rettung. Die Worte „und dein Haus“ bedeuten nicht, dass seine Familie automatisch gerettet würde. Auch sie würde auf demselben Weg gerettet: durch Glauben.

Warum wir Rettung brauchen

Die Bibel spricht ehrlich über den Zustand des Menschen.

Denn es ist hier kein Unterschied: sie sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten,

Röm 3:23 · Luther 1912

Das Wort für Sünde enthält das Bild vom verfehlten Ziel: Gedanken, Worte oder Taten, die hinter Gottes Heiligkeit zurückbleiben. Paulus hat gerade gezeigt, dass das für Juden und Heiden gleichermaßen gilt. Sünde trennt uns von dem heiligen Gott (Jesaja 59:2) und führt in den Tod.

Denn der Tod ist der Sünde Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserm HERRN.

Röm 6:23 · Luther 1912

„Sold“ ist hier wörtlich zu nehmen: der Lohn eines Soldaten. Der Tod ist das, was die Sünde redlich verdient hat. Das ewige Leben ist das Gegenteil: kein Lohn für unsere Gerechtigkeit, sondern ein Geschenk. Der Vers stellt zwei Herren, zwei Arten der Bezahlung und zwei Ergebnisse gegenüber, und das Geschenk gibt es nur in Christus Jesus, unserem Herrn.

Was Gott in Jesus getan hat

Die Rettung beginnt bei Gott, nicht bei uns. Aus Liebe sandte er seinen Sohn.

Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Joh 3:16 · Luther 1912

Christus hat einmal für die Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, um uns zu Gott zu führen (1. Petrus 3:18). Am dritten Tag ist er auferstanden (1. Korinther 15:3–4). Die Auferstehung ist Gottes Bestätigung, dass Christus das Werk unserer Rettung vollendet hat und Gottes Forderungen ganz erfüllt sind.

Darum sagt die Bibel, dass Rettung allein in Jesus zu finden ist. Er ist der Weg zum Vater (Johannes 14:6), und es gibt keinen anderen Namen, durch den wir gerettet werden (Apostelgeschichte 4:12).

Gerettet aus Gnade durch Glauben

Viele denken, in den Himmel komme, wer gut genug ist, religiöse Regeln hält oder mehr Gutes als Schlechtes tut. Die Bibel sagt das Gegenteil.

Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch den Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus den Werken, auf daß sich nicht jemand rühme.

Eph 2:8–9 · Luther 1912

Gnade ist Gottes unverdiente Zuwendung. Der Glaube ist die Hand, die Christus ergreift; er verdient nichts. John MacArthur und der Kommentar von Jamieson, Fausset und Brown beziehen „nicht aus euch“ auch auf den Glauben selbst: Sogar der Glaube ist Gottes Geschenk. Darum kann sich niemand rühmen. Gott rettet uns nicht wegen gerechter Werke, die wir getan hätten, sondern aus seiner Barmherzigkeit (Titus 3:5).

Rettender Glaube ist mehr als Zustimmung zu Tatsachen über Gott. Auch die Dämonen glauben, dass Gott einer ist, und zittern (Jakobus 2:19). Glaube ist persönliches Vertrauen auf Jesus und auf das, was er getan hat, und er gehört mit der Umkehr zusammen: der Abkehr von der Sünde und der Hinwendung zu Gott. Jesus begann seine Predigt mit dem Ruf, umzukehren und an das Evangelium zu glauben (Markus 1:15).

Wie du heute antworten kannst

Paulus fasst die Antwort des Glaubens im Römerbrief zusammen:

Denn so du mit deinem Munde bekennst Jesum, daß er der HERR sei, und glaubst in deinem Herzen, daß ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du selig. Denn so man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und so man mit dem Munde bekennt, so wird man selig.

Röm 10:9–10 · Luther 1912

MacArthur erklärt: Jesus als Herrn zu bekennen heißt nicht nur zuzugeben, dass er Herr des Universums ist, das tun auch die Dämonen, sondern ihn als deinen eigenen Herrn anzunehmen. Dazu gehören Umkehr, Vertrauen auf ihn als Retter und Unterordnung unter ihn. Zu glauben, dass Gott ihn auferweckt hat, heißt darauf zu vertrauen, dass sein Werk für dich vollendet ist. Die Ausleger setzen die Gewichte unterschiedlich: MacDonald sieht im Bekenntnis mit dem Mund die natürliche Frucht der schon empfangenen Rettung, die Neue Genfer Studienbibel betont, dass Paulus Glauben und Bekenntnis beide mit Gerechtigkeit und Rettung verbindet. Die Zusage gilt jedem, der den Namen des Herrn anruft (Römer 10:13).

Es gibt keine Zauberformel. Du kannst einfach mit deinen eigenen Worten mit Gott reden: zugeben, dass du gesündigt hast, ihm danken, dass Jesus für dich gestorben und auferstanden ist, ihn um Vergebung bitten und ihm sagen, dass du jetzt Jesus vertraust und ihm folgen willst.

Wer Christus vertraut, kann wissen, dass er das ewige Leben hat, nicht wegen seiner Gefühle, sondern weil Gott es versprochen hat.

Solches habe ich euch geschrieben, die ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes, auf daß ihr wisset, daß ihr das ewige Leben habt, und daß ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes.

1. Joh 5:13 · Luther 1912

Johannes schrieb sein Evangelium, damit Menschen glauben (Johannes 20:31), und diesen Brief, damit Glaubende gewiss sind, dass sie das ewige Leben haben. Die Gewissheit ruht auf dem, was Gott gesagt hat.

Rettung ist der Anfang eines neuen Lebens, nicht das Ende des Weges. Gute Werke retten nicht, aber sie folgen als Frucht der Rettung, als das Leben, das Gott für sein Volk vorbereitet hat (Epheser 2:10). Lies die Bibel, bete, such dir eine Gemeinde, die Gottes Wort lehrt, und lass dich taufen, wie Jesus es seinen Nachfolgern geboten hat (Matthäus 28:19).