Bibelverse zur Beerdigung und Trauersprüche für die Trauerkarte

Einen geliebten Menschen zu verlieren gehört zum Schwersten im Leben, und die Bibel verlangt nicht, diesen Schmerz zu verbergen. Abraham beweinte Sara (1. Mose 23:2), David weinte um seinen Sohn (2. Samuel 19:1), und Jesus selbst weinte am Grab seines Freundes Lazarus. Trauer ist kein Zeichen schwachen Glaubens. Sie ist der Preis der Liebe.

Doch die Bibel schenkt Christen auch eine Hoffnung, die das Trauern verändert. Jesus ist gestorben und auferstanden, und er hat versprochen, dass auch die Seinen auferstehen werden. Der Tod ist wirklich und bitter, aber er hat nicht das letzte Wort.

Die folgenden Verse eignen sich für die Trauerfeier, für eine Beileidskarte oder für das eigene Gebet in der Trauer. Die letzte Gruppe enthält kurze Bibelsprüche, die oft für Trauerkarte, Traueranzeige oder Grabstein gewählt werden. Der Bibeltext steht hier in der Lutherübersetzung von 1912. Wenn die Trauer zu schwer wird, tragen Sie sie nicht allein: Sprechen Sie mit vertrauten Menschen, mit einem Seelsorger oder, wenn nötig, mit einer Fachperson.

Gott ist den Trauernden nahe

Er heilt, die zerbrochnes Herzens sind, und verbindet ihre Schmerzen.

Ps 147:3 · Luther 1912

Der Psalm dankte zuerst dafür, dass Gott sein Volk aus der langen Gefangenschaft in Babylon heimgebracht hatte. Doch die Worte beschreiben, wie Gott immer ist: Er heilt zerbrochene Herzen und verbindet ihre Wunden.

Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.

Mt 5:4 · Luther 1912

In den Seligpreisungen spricht Jesus vor allem von denen, die über ihre Sünde Leid tragen. Doch auch im Verlust kommt echter Trost nur von Gott, der vergibt und Hoffnung auf das ewige Leben schenkt.

Und Jesu gingen die Augen über.

Joh 11:35 · Luther 1912

Jesus weinte am Grab des Lazarus, obwohl er ihn gleich darauf auferweckte. Adolf Schlatter schreibt, dass in Jesus das Mitgefühl mit dem menschlichen Schmerz ganz wirklich Raum hatte: Sein Erbarmen mit denen, die unter der Herrschaft des Todes leiden, machte sich in Tränen Luft.

Die Hoffnung auf die Auferstehung

Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubet, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das?

Joh 11:25–26 · Luther 1912

Diese Worte sagte Jesus zu Marta, vier Tage nachdem ihr Bruder begraben worden war (Johannes 11:17). Der Glaube bewahrt nicht vor dem leiblichen Tod, aber wer an Christus glaubt, wird leben, denn alle Macht, Leben zu geben und wiederzugeben, liegt bei ihm.

Wir wollen euch aber, liebe Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind, durch Jesum mit ihm führen.

1. Thess 4:13–14 · Luther 1912

Die junge Gemeinde in Thessalonich sorgte sich um Gläubige, die schon gestorben waren. Matthew Henry betont, dass Trauer um verstorbene Angehörige erlaubt ist, nur nicht wie bei denen, die keine Hoffnung haben. Carl Heinrich Rieger fügt hinzu, dass Paulus damit nicht nur über die Verstorbenen tröstet, sondern auch über unser eigenes Sterben.

Und er sprach zu seinen Jüngern: Euer Herz erschrecke nicht! Glaubet an Gott und glaubet an mich! In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe euch die Stätte zu bereiten, so will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin.

Joh 14:1–3 · Luther 1912

Jesus sagte dies am Abend vor seinem Tod zu Jüngern, die sein Weggehen erschreckte. Der Himmel wird hier als Haus des Vaters mit vielen Wohnungen beschrieben: Es ist Raum für alle seine Kinder.

Wir wissen aber, so unser irdisch Haus dieser Hütte zerbrochen wird, daß wir einen Bau haben, von Gott erbauet, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist, im Himmel.

2. Kor 5:1 · Luther 1912

Paulus, selbst Zeltmacher, vergleicht unseren Leib mit einem Zelt, einer vorläufigen Wohnung. Wenn es abgebrochen wird, hat der Gläubige von Gott ein ewiges Haus im Himmel.

Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? Aber der Stachel des Todes ist die Sünde; die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern HERRN Jesus Christus!

1. Kor 15:55–57 · Luther 1912

Paulus greift Worte des Propheten Hosea auf (Hosea 13:14) und fordert den Tod geradezu heraus. Sein Stachel war die Sünde, doch Christus hat diesen Stachel durch seinen Tod herausgezogen, und für sein Volk hat der Tod die Macht zu verderben verloren.

und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

Offb 21:4 · Luther 1912

Das ist die Verheißung des neuen Himmels und der neuen Erde: Gott selbst wird alle Tränen abwischen. Dann wird kein Tod mehr sein, weil der letzte Feind besiegt ist (1. Korinther 15:26).

Kurze Bibelverse für Trauerkarte und Grabstein

Diese kurzen Verse werden oft für Trauerkarte, Traueranzeige, das Programm der Trauerfeier oder den Grabstein gewählt.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Ps 23:6 · Luther 1912

Die letzte Zeile des Hirtenpsalms, der oft bei Beerdigungen gelesen wird (Psalm 23). Gottes Güte begleitet den Glaubenden durch dieses vergängliche Leben, und danach ist er kein Wanderer mehr, sondern bleibt im Haus des Herrn immerdar.

Der Tod seiner Heiligen ist wertgehalten vor dem HERRN.

Ps 116:15 · Luther 1912

Albert Barnes erklärt, dass „wertgehalten“ hier kostbar und teuer bedeutet: Der Tod seiner Heiligen ist für Gott keine Kleinigkeit. Er lässt ihn nicht leichtfertig oder ohne Absicht geschehen.

Denn Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn.

Phil 1:21 · Luther 1912

Paulus schrieb dies als Gefangener, ohne zu wissen, ob er leben oder sterben würde. Für ihn wäre der Tod Gewinn, das Ende aller Schwachheit und der Anfang des Lebens bei Christus. Darum passt der Vers zu einem Menschen, der für den Herrn gelebt hat.

Ich habe einen guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten;

2. Tim 4:7 · Luther 1912

Diese Worte schrieb Paulus kurz vor seinem Tod. Er spricht von einem Kampf, einem vollendeten Lauf und einem bewahrten Glauben, deshalb wird der Vers oft für jemanden gewählt, der Gott bis zuletzt treu gedient hat.

Und ich hörte eine Stimme vom Himmel zu mir sagen: Schreibe: Selig sind die Toten, die in dem HERRN sterben von nun an. Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit; denn ihre Werke folgen ihnen nach.

Offb 14:13 · Luther 1912

Eine Stimme vom Himmel preist die selig, die in dem Herrn sterben. Die Worte ermutigten zuerst verfolgte Gläubige: Sie ruhen nun von ihrer Arbeit, und was sie für den Herrn getan haben, ist nicht verloren.

Welchen Verlust Sie auch tragen: Jesus, der am Grab seines Freundes geweint hat, ist Ihnen nahe, und in ihm ist der Tod nicht das Ende.