Wie viele Bücher hat die Bibel? Die Bücher der Bibel in Reihenfolge
Evangelische Bibeln haben 66 Bücher: 39 im Alten Testament und 27 im Neuen Testament. Katholische und orthodoxe Bibeln enthalten dieselben Bücher und dazu einige weitere Schriften im Alten Testament, die sogenannten deuterokanonischen Bücher.
Die Bibel sieht aus wie ein einziges Buch, ist aber in Wirklichkeit eine ganze Bibliothek. Viele Autoren haben über mehr als tausend Jahre an ihr geschrieben, auf Hebräisch, Aramäisch und Griechisch. Sie enthält Geschichte, Gesetze, Poesie, Prophetie, Berichte über das Leben Jesu und Briefe an Gemeinden.
In den Bibeln evangelischer Kirchen umfasst diese Bibliothek 66 Bücher. Eine katholische oder orthodoxe Bibel hat ein paar mehr. Hier finden Sie alle Bücher in ihrer Reihenfolge und erfahren, warum die Zahl unterschiedlich ist und was das für das Lesen bedeutet.
Die Bücher der Bibel in Reihenfolge
Das Alte Testament umfasst 39 Bücher, die vor dem Kommen Christi geschrieben wurden. John MacArthur bemerkt, dass sie aus verschiedenen Epochen, Orten und Kulturen stammen und doch zusammen die eine Offenbarung Gottes bilden. Hier stehen sie in der Reihenfolge evangelischer Bibeln, in den üblichen Gruppen:
- Das Gesetz, die fünf Bücher Mose oder der Pentateuch (5 Bücher): 1. Mose 1, 2. Mose 1, 3. Mose 1, 4. Mose 1, 5. Mose 1
- Die Geschichtsbücher (12 Bücher) – die Geschichte Israels im verheißenen Land, die Zeit der Könige, das Exil und die Rückkehr: Josua 1, Richter 1, Rut 1, 1. Samuel 1, 2. Samuel 1, 1. Könige 1, 2. Könige 1, 1. Chronik 1, 2. Chronik 1, Esra 1, Nehemia 1, Ester 1
- Poesie und Weisheit (5 Bücher): Hiob 1, Psalm 1, Sprüche 1, Prediger 1, Hoheslied 1
- Die großen Propheten (5 Bücher): Jesaja 1, Jeremia 1, Klagelieder 1, Hesekiel 1, Daniel 1
- Die kleinen Propheten (12 Bücher) – „klein“ heißen sie, weil ihre Bücher kürzer sind, nicht weil sie weniger wichtig wären: Hosea 1, Joel 1, Amos 1, Obadja 1, Jona 1, Micha 1, Nahum 1, Habakuk 1, Zefanja 1, Haggai 1, Sacharja 1, Maleachi 1
Die jüdische Bibel enthält genau dieselben Schriften, zählt sie aber als 24 Bücher: Sie behandelt zum Beispiel 1. und 2. Samuel oder 1. und 2. Könige jeweils als ein Buch und fasst die zwölf kleinen Propheten zu einem zusammen. Sie gliedert sich in drei Teile: das Gesetz, die Propheten und die Schriften. Genau auf diese dreiteilige Schrift wies Jesus nach seiner Auferstehung hin:
Er sprach aber zu ihnen: Das sind die Reden, die ich zu euch sagte, da ich noch bei euch war; denn es muß alles erfüllet werden, was von mir geschrieben ist im Gesetz Mose’s, in den Propheten und in den Psalmen.
Lk 24:44 · Luther 1912
Nach MacArthur ist damit das ganze Alte Testament gemeint. Adolf Schlatter betont, dass es Jesus darum ging, dass die Jünger erkennen, wie sich in seinem Ende das Zeugnis erfüllt, mit dem die Schrift auf ihn weist.
Das Neue Testament umfasst 27 Bücher, die in den Jahrzehnten nach dem Tod und der Auferstehung Jesu entstanden:
- Die Evangelien (4 Bücher) – Leben, Sterben und Auferstehung Jesu: Matthäus 1, Markus 1, Lukas 1, Johannes 1
- Die Apostelgeschichte – der Weg der ersten Gemeinde von Jerusalem bis Rom: Apostelgeschichte 1
- Die Briefe des Paulus (13 Bücher): Römer 1, 1. Korinther 1, 2. Korinther 1, Galater 1, Epheser 1, Philipper 1, Kolosser 1, 1. Thessalonicher 1, 2. Thessalonicher 1, 1. Timotheus 1, 2. Timotheus 1, Titus 1, Philemon 1
- Die übrigen Briefe (8 Bücher): Hebräer 1, Jakobus 1, 1. Petrus 1, 2. Petrus 1, 1. Johannes 1, 2. Johannes 1, 3. Johannes 1, Judas 1
- Die Offenbarung – die Vision des Johannes vom auferstandenen Christus und vom Ende der Geschichte: Offenbarung 1
Über diese 27 Bücher sind sich praktisch alle christlichen Kirchen einig. Nur die Reihenfolge weicht manchmal ab: In der Lutherbibel stehen der Hebräer- und der Jakobusbrief erst nach den Briefen des Petrus und des Johannes, und in orthodoxen Bibeln folgen die sieben Briefe von Jakobus bis Judas direkt auf die Apostelgeschichte.
Warum katholische und orthodoxe Bibeln mehr Bücher haben
Der Unterschied betrifft nur das Alte Testament. Katholische Bibeln haben insgesamt 73 Bücher: Neben den 39 enthalten sie Tobit, Judit, das 1. und 2. Makkabäerbuch, das Buch der Weisheit, Jesus Sirach und Baruch sowie Zusätze zu Ester und Daniel. Katholiken nennen diese Bücher deuterokanonisch, also „zum zweiten Kanon gehörend“. Orthodoxe Bibeln enthalten sie ebenfalls und meist noch einige mehr, etwa das 3. Makkabäerbuch und das Gebet des Manasse; die genaue Liste unterscheidet sich zwischen den orthodoxen Kirchen.
Diese Bücher gehörten nicht zur hebräischen Bibel. Sie wurden von griechischsprachigen Juden gelesen und fanden später Eingang in viele Handschriften des griechischen Alten Testaments, das die frühe Kirche weithin benutzte.
Evangelische Christen folgen beim Alten Testament der hebräischen Bibel. Paulus schreibt, dass den Juden die Worte Gottes anvertraut wurden (Römer 3:2); MacArthur erklärt, dass Paulus damit das ganze Alte Testament meint. In der Reformationszeit stellte Martin Luther die zusätzlichen Bücher in einen eigenen Teil zwischen die Testamente: nützlich und gut zu lesen, aber der Heiligen Schrift nicht gleichgestellt. Evangelische nennen sie meist Apokryphen. Die Lutherbibel gibt es bis heute mit und ohne diesen Teil.
Evangelische Christen schätzen diese Bücher trotzdem. Matthew Henry etwa lobt die vielen guten und nützlichen Sprüche in Jesus Sirach und im Buch der Weisheit, stellt sie aber weit unter die Sprüche Salomos, und das Tempelweihfest im Johannesevangelium (Johannes 10:22) erklärt er aus der Geschichte der Makkabäer. Christen, die diese Frage unterschiedlich beantworten, lesen trotzdem dieselben Evangelien, bekennen denselben Herrn und stimmen bei den 39 Büchern des Alten und den 27 Büchern des Neuen Testaments überein.