Was sagt die Bibel über die Hölle?

Kurze Antwort

Die Bibel lehrt, dass die Hölle real ist: der endgültige Zustand der Trennung von Gott für alle, die ihn ablehnen, beschrieben als ewige Strafe. Zugleich zeigt sie, dass Gott niemanden verloren wissen will und alle geduldig zur Umkehr ruft.

Die Hölle gehört zu den schwersten Themen der Bibel, und viele würden sie lieber übergehen. Doch Jesus selbst hat mehr als einmal von ihr gesprochen, und sie gehört zu dem, was die Bibel über den Ernst der Sünde und die Größe der Rettung Gottes sagt. Es lohnt sich, ruhig und ehrlich zu lesen, was die Schrift tatsächlich sagt.

Jesus sprach von ewiger Strafe

Am Ende seiner Rede über das letzte Gericht teilt Jesus die Menschen in zwei Gruppen.

Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben.

Mt 25:46 · Luther 1912

John MacArthur weist darauf hin, dass im Griechischen für die Strafe und für das Leben dasselbe Wort steht. Die Strafe der Gottlosen ist so endlos wie die Seligkeit der Gerechten; sie werden nicht vernichtet, bekommen aber auch keine zweite Chance. John Wesley zieht denselben logischen Schluss: Entweder ist die Strafe im strengen Sinn ewig, oder es ist die Belohnung nicht. MacArthur und Wesley lesen die Worte also als ewige, bewusste Strafe. Christen sind darin nicht alle einig: Manche meinen, die Gottlosen würden am Ende vernichtet, und einige hoffen auf eine Wiederherstellung aller. Albert Barnes hält dagegen fest, dass Jesus sagt, die Menschen selbst gingen weg, nicht nur ihre Sünden.

Jesus sagt auch, dass dieses Feuer für den Teufel und seine Engel bereitet ist (Matthäus 25:41).

Was die Geschichte vom reichen Mann zeigt

Die Geschichte vom reichen Mann und Lazarus gewährt einen seltenen Blick auf den Zustand der Toten.

Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein und sende Lazarus, daß er das Äußerste seines Fingers ins Wasser tauche und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme.

Lk 16:23–24 · Luther 1912

MacArthur erklärt, dass „Hades” im Griechischen den Ort der Toten bedeutet und Christus ihn hier als Ort beschreibt, an dem die Qual bereits begonnen hat: Feuer, ein Gewissen, das von Erinnerungen an die vertane Chance genährt wird, und die endgültige Trennung von Gott und allem Guten. William MacDonald unterscheidet zwischen dem Hades, einem Wartezustand für die ungeretteten Toten, und der endgültigen Hölle nach dem Gericht. Barnes mahnt, dass die Sprache die damals üblichen Bilder aufgreift und nicht jede Einzelheit wörtlich zu verstehen ist. Matthew Henry hält fest, dass die Sünde dieses Mannes darin bestand, nur für sich selbst zu sorgen: Man kann allen Reichtum dieser Welt haben und doch verloren gehen.

Das letzte Gericht

Die Bibel setzt das letzte Gericht an das Ende der Geschichte.

Und der Tod und die Hölle wurden geworfen in den feurigen Pfuhl. Das ist der andere Tod. Und so jemand nicht ward gefunden geschrieben in dem Buch des Lebens, der ward geworfen in den feurigen Pfuhl.

Offb 20:14–15 · Luther 1912

MacDonald schreibt, die entscheidende Frage sei, ob der Name eines Menschen im Buch des Lebens steht. Beachten Sie, was die letzte Frage ist: nicht, ob wir gut genug waren, sondern ob wir zu Christus gehören (Johannes 3:36).

Gott will nicht, dass jemand verloren geht

Die Bibel stellt die Hölle nirgends als etwas dar, woran Gott Freude hat. Im Gegenteil.

Der HERR verzieht nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten; sondern er hat Geduld mit uns und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre.

2. Petr 3:9 · Luther 1912

MacDonald bemerkt, dass Christi scheinbares Zögern Gottes Geduld ist: Er verlängert bewusst die Gnadenzeit, damit Menschen gerettet werden können. MacArthur ergänzt, dass Gott endlose Lästerung seines Namens erträgt, bevor er richtet. Wesley versteht die Worte so, dass Gott nicht will, dass auch nur eine von ihm geschaffene Seele verloren geht. An anderer Stelle sagt Gott selbst, dass er keinen Gefallen am Tod des Gottlosen hat (Hesekiel 33:11).

Was das für uns bedeutet

Die Bibel spricht nicht von der Hölle, um zu erschrecken, sondern um zu warnen und zu zeigen, was das Kreuz gekostet hat. Jesus hat die Strafe getragen, damit wir es nicht müssen (Römer 6:23). Wenn Sie dieses Thema beunruhigt, ist die Antwort der Bibel nicht, einen Umweg zu suchen, sondern sich Christus zuzuwenden: Wie kann ich gerettet werden?