Bibelverse über die Hoffnung
Im Alltag ist Hoffnung oft kaum mehr als ein Wunsch: Wir hoffen, dass das Wetter hält oder dass sich irgendwie alles fügt. In der Bibel ist Hoffnung fester. Sie ist die gewisse Erwartung des Guten, das Gott zugesagt hat, und sie gründet nicht darauf, wie die Dinge aussehen, sondern darauf, wer Gott ist und was er gesagt hat.
Darum kann biblische Hoffnung neben Tränen bestehen. Die Psalmbeter hoffen auf Gott, während ihre Seele niedergeschlagen ist, die Propheten sprechen Verbannten von der Zukunft, und die Apostel schreiben über die Hoffnung an Christen, die leiden. Im Mittelpunkt steht Jesus Christus, der von den Toten auferstanden ist und wiederkommen wird.
Diese Verse zeigen, woher Hoffnung kommt, wie sie in schweren Zeiten hält und worauf sie wartet.
Hoffnung, wenn die Seele niedergeschlagen ist
Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott! denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.
Ps 42:12 · Luther 1912
Der Beter spricht mit seiner eigenen Seele und wiederholt diesen Kehrvers mehr als einmal (Psalm 43:5). Die Wiederholung zeigt, dass die Mutlosigkeit nicht in einem Augenblick verschwindet: Immer wieder wendet er den Blick von seinen Gefühlen weg zu Gott und erinnert sich daran, dass er ihn noch preisen wird.
Ich harre des HERRN; meine Seele harret, und ich hoffe auf sein Wort.
Ps 130:5 · Luther 1912
Dieses Gebet beginnt in den Tiefen von Schuld und Not, und die Hoffnung des Beters ruht auf Gottes Wort. Für Carl Heinrich Rieger ist der Psalm ein Bußpsalm: Er beschreibt, wie ein Mensch demütig zur vergebenden Gnade findet. Warten und Hoffen gehören hier zusammen.
aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler, daß sie laufen und nicht matt werden, daß sie wandeln und nicht müde werden.
Jes 40:31 · Luther 1912
Mit diesen Worten schließt ein Kapitel des Trostes für Gottes erschöpftes Volk. Der Schöpfer wird nie müde und gibt den Matten Kraft. Auf den Herrn harren heißt, sich auf ihn zu verlassen, und wer das tut, erneuert sich wieder und wieder, so wie der Adler, von dem man in der Antike glaubte, er gewinne mit neuem Gefieder neue Kraft.
Hoffnung, die in Gottes Zusagen gründet
Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leidens, daß ich euch gebe das Ende, des ihr wartet.
Jer 29:11 · Luther 1912
Jeremia schrieb diese Worte in einem Brief an die nach Babylon Verbannten. Sie sollten sich dort einrichten, denn heimkehren würden sie erst nach siebzig Jahren (Jeremia 29:10). Albert Barnes gibt das Ende, das ihr erwartet, mit „Zukunft und Hoffnung“ wieder: Das Volk wird nicht untergehen, auf das Exil folgt die Wiederherstellung.
welche wir haben als einen sichern und festen Anker unsrer Seele, der auch hineingeht in das Inwendige des Vorhangs,
Hebr 6:19 · Luther 1912
Gott hat seine Zusage mit einem Eid bekräftigt, damit alle, die bei ihm Zuflucht suchen, einen starken Trost haben (Hebräer 6:18). Matthew Henry beschreibt die Hoffnung des Evangeliums als Anker in den Stürmen dieser Welt. Dieser Anker hängt nicht in dieser Welt, sondern im Himmel selbst, wohin Jesus für uns vorausgegangen ist (Hebräer 6:20).
Gelobet sei Gott und der Vater unsers HERRN Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten,
1. Petr 1:3 · Luther 1912
Petrus schrieb an Christen, die unter den Völkern zerstreut waren und Prüfungen durchlebten. Adolf Schlatter weist darauf hin, dass Petrus dem Brauch folgt, mit Lobpreis zu beginnen, und dass es ihm darum geht, die Gemeinde dankbar zu machen. Die Hoffnung ist lebendig, weil sie auf dem auferstandenen Christus ruht: Seine Auferstehung ist das Unterpfand dafür, dass auch die Seinen leben werden.
Hoffnung, die im Leiden hält
Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Trübsale, dieweil wir wissen, daß Trübsal Geduld bringt; Geduld aber bringt Erfahrung; Erfahrung aber bringt Hoffnung; Hoffnung aber läßt nicht zu Schanden werden. Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den heiligen Geist, welcher uns gegeben ist.
Röm 5:3–5 · Luther 1912
Paulus sagt nicht, dass Bedrängnis an sich angenehm wäre. Aber Gott gebraucht sie: Bedrängnis bringt Geduld, Geduld bewährten Charakter, und das stärkt die Hoffnung. Eine solche Hoffnung lässt nicht zuschanden werden, denn Gottes Liebe ist durch den Heiligen Geist schon in unsere Herzen ausgegossen. Schlatter sieht darin den Ruhm der Glaubenden, die durch Christus Frieden mit Gott haben.
Denn wir sind wohl selig, doch in der Hoffnung. Die Hoffnung aber, die man sieht, ist nicht Hoffnung; denn wie kann man des hoffen, das man sieht? So wir aber des hoffen, das wir nicht sehen, so warten wir sein durch Geduld.
Röm 8:24–25 · Luther 1912
Die Glaubenden sind gerettet, haben aber die Fülle der Rettung noch nicht in der Hand: Die Auferstehung des Leibes und die kommende Herrlichkeit liegen noch vor ihnen. Schlatter betont, dass uns gerade das Hoffen an der Rettung Anteil gibt. Hoffnung richtet sich ihrer Natur nach auf das Ungesehene und wartet darum mit Geduld.
Der Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habet durch die Kraft des heiligen Geistes.
Röm 15:13 · Luther 1912
Mit diesem Gebet schließt Paulus einen Abschnitt seines Briefes. Gott ist der Gott der Hoffnung: Wo er am Werk ist, geht Hoffnung auf, schreibt Schlatter. Freude und Frieden kommen durch das Vertrauen auf ihn, und der Heilige Geist lässt die Hoffnung überfließen.
Die Hoffnung, die vor uns liegt
und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes, Jesu Christi,
Tit 2:13 · Luther 1912
Die selige Hoffnung der Glaubenden ist die Erscheinung der Herrlichkeit Jesu Christi. Nach Schlatter wird dann sichtbar, welche Herrlichkeit Gott hat, und sie wird auch an seinen Kindern offenbar. Wir warten nicht untätig, sondern erfüllen treu unsere Aufgaben vor Gott und den Menschen.
Hoffnung ist in der Bibel kein Wunschdenken, sondern Vertrauen auf einen Gott, der seine Zusagen hält, und auf einen Retter, der lebt.