Bibelverse über einen Neuanfang

Die Bibel ist voller Neuanfänge. Noah tritt aus der Arche in eine gewaschene Welt, Israel zieht aus der Sklaverei in Ägypten aus, die Verbannten kehren aus Babylon heim, und ein König, der schwer gefallen ist, erfährt Vergebung. Immer wieder öffnet Gott einen Weg nach vorn, wo Menschen nur ein Ende sahen.

Zugleich sagt die Schrift ehrlich: Der tiefste Neuanfang ist keine Veränderung der Umstände, sondern des Herzens, und wir können uns nicht selbst neu machen. Das tut Gott. Durch Jesus Christus vergibt er die Vergangenheit, schenkt ein neues Herz und ruft uns, mit ihm weiterzugehen.

Diese Verse handeln vom Neuen, das Gott schafft, vom neuen Herzen, das er gibt, und vom Streben nach vorn.

Gott schafft Neues

Gedenket nicht an das Alte und achtet nicht auf das Vorige! Denn siehe, ich will ein Neues machen; jetzt soll es aufwachsen, und ihr werdet’s erfahren, daß ich Weg in der Wüste mache und Wasserströme in der Einöde,

Jes 43:18–19 · Luther 1912

Gott hat Israel eben daran erinnert, wie er beim Auszug einen Weg durchs Meer bahnte (Jesaja 43:16–17), und nun sagt er: Haltet nicht daran fest. Nach Albert Barnes geht es zunächst um die Befreiung aus Babylon. Matthew Henry sieht darin zugleich die größere Erlösung der Sünder durch Christus.

Die Güte des HERRN ist’s, daß wir nicht gar aus sind; seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß.

Klgl 3:22–23 · Luther 1912

Diese Zeilen stehen mitten in einem Buch der Trauer um das zerstörte Jerusalem, und Barnes nennt die Stelle die Mitte der ganzen Klagelieder. So dunkel der gestrige Tag war: Jeder Morgen bringt neue Beweise seiner Barmherzigkeit.

Ein neues Herz

Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben;

Hes 36:26 · Luther 1912

Dem Volk im Exil versprach Gott mehr als die Rückkehr ins Land. Ein steinernes Herz antwortet nicht auf Gott, ein neues Herz ist neues Denken und neuer Wille, lebendig für ihn. Diese Veränderung ist Gottes Geschenk, nicht das Ergebnis menschlicher Anstrengung.

Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist.

Ps 51:12 · Luther 1912

David betete so nach seiner Sünde mit Batseba. Rieger beschreibt den Psalm als Gebet eines Mannes, der seine Schuld lange nicht empfunden hatte und dann ganz demütig Gnade sucht. Er bittet um ein Schaffen, nicht nur um Ausbessern: Sein Herz lässt sich nicht flicken, es muss neu werden, und das kann nur Gott.

Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.

Joh 3:3 · Luther 1912

Nikodemus war ein angesehener Lehrer und kam nachts zu Jesus. Schlatter sagt, Jesu Antwort komme aus seinem reichen Erbarmen: Nikodemus meinte, den Willen Gottes zu verstehen, und musste hören, dass er noch nicht wusste, was ihm fehlte. Weder Stellung noch Herkunft genügen, nötig ist eine völlige innere Erneuerung, eine Geburt von oben.

Darum, ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!

2. Kor 5:17 · Luther 1912

In Christus zu sein heißt, zur neuen Schöpfung zu gehören. Das Neue meint hier etwas Neues der Art nach, nicht nur etwas Späteres: Wie Christus zu neuem Leben auferstand, so erhalten die mit ihm durch den Glauben Verbundenen eine neue Natur.

Nach vorn strecken

Meine Brüder, ich schätze mich selbst noch nicht, daß ich’s ergriffen habe. Eines aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich zu dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, nach dem Kleinod, welches vorhält die himmlische Berufung Gottes in Christo Jesu.

Phil 3:13–14 · Luther 1912

Paulus hielt sich nicht für am Ziel. Rieger betont, dass der Apostel hier noch im Lauf steht und dass der Glaube kein träges Wesen ist, sondern Ernst und Eifer fordert. Zu vergessen, was dahinten ist, heißt, sich nicht auf frühere Erfolge zu stützen und sich von der Vergangenheit nicht festhalten zu lassen. Wie ein Läufer blickt er auf das Ziel, den himmlischen Siegespreis der Berufung Gottes in Christus.

Und der auf dem Stuhl saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiß!

Offb 21:5 · Luther 1912

Gegen Ende der Bibel erklärt der, der auf dem Thron sitzt, dass er alles neu macht. Seine Worte sind wahr und gewiss. Jeder Neuanfang, den Gott heute schenkt, ist ein Vorgeschmack auf diesen Tag.

Was auch hinter dir liegt: In Christus schenkt Gott einen Neuanfang, neue Barmherzigkeit für heute und eine sichere Zukunft.