Ist Jesus wirklich auferstanden?

Kurze Antwort

Ja. Das Neue Testament berichtet vom leeren Grab und von Erscheinungen des auferstandenen Jesus vor vielen Menschen, und die Apostel setzten dafür ihr Leben ein. Paulus schreibt, dass der christliche Glaube ohne die Auferstehung vergeblich wäre.

Keine Frage ist für das Christentum wichtiger. Wenn Jesus im Grab blieb, ist die christliche Botschaft leer. Wenn er auferstand, ist alles wahr, was er über sich sagte. Die Bibel verlangt nicht, an eine Auferstehung ohne Grundlage zu glauben: Sie verweist auf ein leeres Grab und auf Menschen, die ihn lebendig sahen.

Das leere Grab

Am dritten Tag fanden die Frauen, die gekommen waren, seinen Leichnam zu salben, das Grab offen und leer. Zwei Engel sagten ihnen, was geschehen war.

Er ist nicht hier; er ist auferstanden. Gedenket daran, wie er euch sagte, da er noch in Galiläa war

Lk 24:6 · Luther 1912

Die Neue Genfer Studienbibel hält fest, dass die vier Evangelien auf ihre Weise erzählen, aber im Wesentlichen übereinstimmen: Am Morgen des dritten Tages war das Grab leer, Frauen waren die ersten Zeugen, und die Jünger glaubten erst langsam und mit Mühe. Matthew Henry wundert sich, dass Jünger, denen so oft gesagt worden war, Jesus werde auferstehen, so zögerlich glaubten. So verhalten sich keine Menschen, die eine Legende erfinden.

Die Machthaber hatten ihre eigene Erklärung. Sie bezahlten die Wachen, damit diese sagten, die Jünger hätten den Leichnam gestohlen, während sie schliefen (Matthäus 28:11–15). William MacDonald schreibt, diese Erklärung werfe mehr Fragen auf, als sie beantworte: Woher wollen die Soldaten wissen, was geschah, während sie schliefen? Und Schlafen auf Posten wurde nach römischem Recht mit dem Tod bestraft, die Soldaten wurden also dafür bezahlt, etwas zu erzählen, das sie selbst belastete. John MacArthur hält die Geschichte für offenkundig erfunden und sieht darin, wie hartnäckig die Führer sich gegen klare Tatsachen stemmten. Nach der Neuen Genfer Studienbibel wirken selbst die deutlichsten Beweise nicht auf Menschen, die sich für den Unglauben entschieden haben.

Menschen, die ihn lebendig sahen

Petrus verkündete die Auferstehung in Jerusalem, in derselben Stadt, in der Jesus hingerichtet worden war.

Diesen Jesus hat Gott auferweckt; des sind wir alle Zeugen.

Apg 2:32 · Luther 1912

Adam Clarke schreibt, die ganze Gruppe von etwa 120 Personen habe ihn gesehen und sei bereit gewesen, auch angesichts von Verfolgung und Tod dafür Zeugnis abzulegen.

Paulus zählt in seinem Brief an die Korinther die Zeugen auf.

Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, was ich auch empfangen habe: daß Christus gestorben sei für unsre Sünden nach der Schrift, und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage nach der Schrift, und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn 500 Brüdern auf einmal, deren noch viele leben, etliche aber sind entschlafen.

1. Kor 15:3–6 · Luther 1912

Dann fährt er fort: Jesus erschien Jakobus, dann allen Aposteln und zuletzt Paulus selbst (1. Korinther 15:7–8). Die Neue Genfer Studienbibel verweist auf das dreimalige „erschien“: Paulus will zeigen, dass die Auferstehung nicht nur gewiss, sondern überprüfbar ist, denn die meisten der fünfhundert lebten noch. Sie fügt hinzu, dass die Erscheinung vor so vielen zugleich sich nicht als Halluzination Einzelner erklären lässt. MacDonald hält es für berührend, dass Petrus, der Jesus verleugnet hatte, als Erster genannt wird.

Derselbe Kommentar erinnert daran, dass Jakobus, der Bruder Jesu, erst nach der Auferstehung glaubte (Johannes 7:5) und dass Paulus die Gemeinde verfolgte, bis er dem auferstandenen Christus begegnete (Apostelgeschichte 9:1–8).

Wenn Christus nicht auferstanden ist

Paulus schwächt den Einsatz nicht ab.

Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube eitel, so seid ihr noch in euren Sünden.

1. Kor 15:17 · Luther 1912

MacDonald erklärt, dass es ohne die Auferstehung keine Vergebung der Sünden gibt und dass ihre Ablehnung den Wert alles dessen verwirft, was Christus getan hat. Clarke folgert: Wäre Christus nicht auferstanden, gäbe es keinen Beweis, dass er nicht zu Recht hingerichtet wurde, und damit auch keine Sühne.

Was das bedeutet

Die Auferstehung ist kein privates Gefühl. Die Bibel stellt sie als öffentliches Ereignis mit genannten Zeugen dar und lädt dazu ein, die Beweise zu prüfen. Wenn sie wahr ist, hat Jesus den Tod besiegt, unsere Sünden sind vergeben, und die, die ihm vertrauen, werden ebenfalls auferstehen. Deshalb versammeln sich Christen am Sonntag und feiern Ostern.