Wer ist der Satan?

Kurze Antwort

Der Satan ist ein wirkliches, persönliches geistliches Wesen, das sich gegen Gott und die Menschen stellt. Seine Namen bedeuten „Widersacher“ und „Verleumder“: Er lügt, klagt an und versucht. Doch die Bibel zeigt ihn als begrenzt, Gott untergeordnet, von Christus am Kreuz besiegt und als jemanden, dem Gläubige widerstehen können.

Der Satan ist weder ein roter Kerl mit Dreizack noch eine unpersönliche „Macht des Bösen“. Die Bibel spricht von ihm als einem wirklichen geistlichen Wesen, das Gottes und unser Feind ist. Sie sagt weniger über ihn, als Neugier es sich wünschen würde, aber genug, um zu wissen, was er tut, wo seine Grenzen liegen und wie seine Geschichte endet.

Seine Namen sagen, wer er ist

Das Wort „Satan“ bedeutet „Widersacher“, „Teufel“ bedeutet „Verleumder“ oder „Ankläger“. Die Neue Genfer Studienbibel erklärt, dass das griechische Wort für Teufel das hebräische „Satan“ wiedergibt und dass das Wort für Widersacher in 1. Petrus 5:8 den Gegner in einem Rechtsstreit bezeichnete. John MacArthur ergänzt, dass „Teufel“ auf den hinweist, der Gläubige fälschlich anklagt.

Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführt, und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin geworfen.

Offb 12:9 · Luther 1912

Die „alte Schlange“ führt zurück nach Eden, wo die Schlange Eva getäuscht hat (1. Mose 3:1). Im selben Vers heißt er der Verführer der ganzen Welt. Und Jesus spricht in schärfsten Worten über ihn.

Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und nach eures Vaters Lust wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang und ist nicht bestanden in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er von seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner und ein Vater derselben.

Joh 8:44 · Luther 1912

MacArthur versteht „Mörder von Anfang an“ als Anspielung auf den Sündenfall, als der Satan Adam und Eva versuchte und den Tod brachte. William MacDonald erklärt, dass Jesus nicht meint, seine Zuhörer seien vom Teufel geboren worden: Sie ahmten ihn nach, sie logen und hassten wie er.

Woher kommt er?

Einen vollständigen Bericht gibt die Bibel nicht, und die Christen lesen die Schlüsselstellen unterschiedlich. Der Prophet Jesaja singt ein Spottlied auf den Sturz des Königs von Babel.

Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern! Wie bist du zur Erde gefällt, der du die Heiden schwächtest! Gedachtest du doch in deinem Herzen: »Ich will in den Himmel steigen und meinen Stuhl über die Sterne Gottes erhöhen; ich will mich setzen auf den Berg der Versammlung in der fernsten Mitternacht; ich will über die hohen Wolken fahren und gleich sein dem Allerhöchsten. Ja, zur Hölle fährst du, zur tiefsten Grube.

Jes 14:12–15 · Luther 1912

Im Zusammenhang geht es um einen menschlichen Herrscher, den sein Hochmut zu Fall brachte. Adam Clarke sagt sogar, der Text handle überhaupt nicht vom Satan. Die Neue Genfer Studienbibel nennt beide Lesarten: Die Verse beziehen sich unmittelbar auf den König, doch der „Morgenstern“ wird manchmal als Name des gefallenen Engels verstanden, und der Vergleich passt, weil in beiden Fällen der Hochmut den Fall verursachte. MacArthur geht weiter und meint, hinter dem König stehe der Satan selbst. Er weist darauf hin, dass Jesus diese Stelle auf den Sturz des Satans bezog (Lukas 10:18) und dass auch die Klage über den König von Tyrus so gelesen werden kann (Hesekiel 28:12).

Allen Lesarten gemeinsam ist die Wurzel des Falls: Hochmut und der Wunsch, dem Höchsten gleich zu sein. Wie man diese Verse auch versteht, der Satan erscheint in der Schrift als ein erschaffenes Wesen, das rebellierte, nie als Gottes Gegenstück.

Was er kann und was nicht

Im Buch Hiob kommt der Satan unter den Engeln vor Gottes Thron.

Hiob 1:6–12

MacArthur bemerkt, dass der Satan auch nach seinem Fall Zugang zum Himmel hat. Die Neue Genfer Studienbibel betont die Grenze: Er kann gegen Menschen nur so weit handeln, wie der Herr es zulässt, und der Herr setzt ihm die Grenze. Matthew Henry hält fest, dass Hiobs Leiden aus der Bosheit des Satans kamen, aber mit der Erlaubnis des Herrn und zu weisen, heiligen Zwecken.

Wie sich diese Bosheit im Alltag zeigt, sagt Petrus.

Seid nüchtern und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, welchen er verschlinge.

1. Petr 5:8 · Luther 1912

MacDonald folgert: Wir sollen uns nicht ängstigen, sondern nüchtern und wachsam sein, weil der Gegner stark ist. Ein Löwe ist gefährlich, aber schon der nächste Vers ruft dazu auf, ihm zu widerstehen (1. Petrus 5:9).

Er ist besiegt

Dafür kam Christus (1. Johannes 3:8). Die Neue Genfer Studienbibel erklärt, dass der Sohn Gottes die Werke des Teufels zerstörte, indem er die Strafe auf sich nahm, die Sünder verdient hatten, wie Gott es Adam und Eva verheißen hatte (1. Mose 3:15). Ebenso liest sie Offenbarung 12: Die Niederlage des Satans geschah durch Kreuz und Auferstehung (Kolosser 2:15). MacDonald merkt an, dass sein endgültiges Schicksal noch aussteht (Offenbarung 20:10).

Darum ruft das Neue Testament die Gläubigen auf, ihm zu widerstehen und sich nicht vor ihm zu fürchten (Jakobus 4:7). Nach der Neuen Genfer Studienbibel ist der Satan mächtig, aber nicht unbesiegbar, und er flieht vor denen, die ihm in Gottes Waffenrüstung widerstehen. Die Bibel nimmt den Satan ernst, verlangt aber nie, ihn ernster zu nehmen als Christus.