Die Arche Noah: die Geschichte aus der Bibel kurz erklärt
Als die Erde voller Gewalt war, richtete Gott sie mit einer Flut, rettete aber Noah, seine Familie und die Tiere in einer Arche, die Noah auf Gottes Anweisung baute. Danach versprach Gott, die Erde nie wieder durch eine Flut zu vernichten, und gab den Regenbogen als Zeichen dieses Bundes. Die Geschichte zeigt Gottes Gericht über die Sünde und Seine Gnade für alle, die Ihm vertrauen.
Für viele ist die Arche Noah eine Kindergeschichte von Tieren, die zu zweit in ein großes Schiff gehen. In
- Mose ist sie ein viel ernsterer Bericht: von einer verdorbenen Welt, von einem Gott, der die Sünde richtet, und von einer Gnade, die eine Familie rettet. Er umfasst vier Kapitel, 1. Mose 6 bis 9.
Eine verdorbene Welt und ein Mann, der Gnade fand
Der Bericht beginnt mit Gottes Urteil über die Welt.
Da aber der HERR sah, daß der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar, da reute es ihn, daß er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen, und er sprach: Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis auf das Vieh und bis auf das Gewürm und bis auf die Vögel unter dem Himmel; denn es reut mich, daß ich sie gemacht habe. Aber Noah fand Gnade vor dem HERRN.
1. Mo 6:5–8 · Luther 1912
John MacArthur nennt Vers 5 eine der klarsten Aussagen der Schrift über die Sündhaftigkeit der menschlichen Natur: Die Sünde beginnt in den Gedanken des Herzens. Wenn es heißt, dass Gott etwas bereute, so ist das menschliche Sprache für den unwandelbaren Gott: Er wendet sich von langer Geduld zum Gericht.
Dann kommt der Wendepunkt: Noah fand Gnade. Die Ausleger setzen hier unterschiedliche Akzente. Matthew Henry schreibt, dass Gottes Wohlwollen das Gute in Noah hervorbrachte. MacArthur betont, dass Noah nicht allein durch seine Werke gerettet wurde: Er glaubte Gott, demütigte sich, suchte Gottes Gnade und gehorchte dann. Der nächste Vers nennt ihn gerecht (1. Mose 6:9).
Gott kündigt Noah an, was kommt, und gibt ihm genaue Anweisungen (1. Mose 6:13–22). MacArthur erklärt, dass das hebräische Wort für die Arche einen schwimmenden Kasten bezeichnet, dasselbe Wort wie für das Kästchen des kleinen Mose. Sie war nicht für Schönheit oder Tempo gebaut. Bei einer Elle von etwa 46 Zentimetern war sie rund 137 Meter lang, mit drei Decks, und kaum zum Kentern zu bringen. Gott verspricht, mit Noah Seinen Bund aufzurichten (1. Mose 6:18), nach MacArthur die erste Erwähnung des Bundes in der Bibel.
Noahs Antwort wird in einem Satz erzählt.
Und Noah tat alles, was ihm Gott gebot.
1. Mo 6:22 · Luther 1912
Das Neue Testament stellt das als Beispiel des Glaubens hin.
Durch den Glauben hat Noah Gott geehrt und die Arche zubereitet zum Heil seines Hauses, da er ein göttliches Wort empfing über das, was man noch nicht sah; und verdammte durch denselben die Welt und hat ererbt die Gerechtigkeit, die durch den Glauben kommt.
Hebr 11:7 · Luther 1912
MacArthur bemerkt, dass die Welt noch nie etwas Vergleichbares gesehen hatte, Noah aber Gottes Warnung ernst nahm und sein Glaube sich im Gehorsam zeigte.
Die Flut, die Taube und der Regenbogen
Gott befiehlt, von den reinen Tieren je sieben und von den anderen je ein Paar mitzunehmen (1. Mose 7:1–5). William MacDonald versteht das als sieben Paare und vermutet, dass die zusätzlichen Tiere als Nahrung und für Opfer dienten. Noah, seine Familie und die Tiere gehen hinein, und der Herr schließt hinter ihnen zu (1. Mose 7:16). Henry sieht darin Gottes Fürsorge: Noahs Sicherheit lag in Gottes Hand. Dann kommt die Flut.
In dem 601. Jahr des Alters Noahs, am 17. Tage des zweiten Monats, das ist der Tag, da aufbrachen alle Brunnen der großen Tiefe, und taten sich auf die Fenster des Himmels, und kam ein Regen auf Erden 40 Tage und 40 Nächte.
1. Mo 7:11–12 · Luther 1912
Das Wasser steigt, bis es die hohen Berge bedeckt, und alles Leben außerhalb der Arche kommt um (1. Mose 7:17–24). Dann kommt die Wende.
Da gedachte Gott an Noah und an alle Tiere und an alles Vieh, das mit ihm in dem Kasten war, und ließ Wind auf Erden kommen, und die Wasser fielen;
1. Mo 8:1 · Luther 1912
Die Arche setzt auf dem Gebirge Ararat auf (1. Mose 8:4), in der Gegend, die im Altertum Urartu hieß, später Armenien. Noah lässt einen Raben fliegen und dann eine Taube, bis sie nicht mehr zurückkehrt (1. Mose 8:6–12). MacDonald zählt vom Beginn der Flut bis zur trockenen Erde 371 Tage.
Noahs erste Tat auf trockenem Boden ist Anbetung.
Noah aber baute dem HERRN einen Altar und nahm von allerlei reinem Vieh und von allerlei reinem Geflügel und opferte Brandopfer auf dem Altar. Und der HERR roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.
1. Mo 8:20–22 · Luther 1912
Gott nennt als Grund, dass das Herz des Menschen weiterhin böse ist. Henry schreibt, die Flut habe die Gottlosen fortgespült, aber die Sünde nicht aus der menschlichen Natur entfernt. Dann schließt Gott einen Bund mit allem Lebendigen (1. Mose 9:8–11) und gibt ein Zeichen.
Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich gemacht habe zwischen mir und euch und allen lebendigen Seelen bei euch hinfort ewiglich: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. Und wenn es kommt, daß ich Wolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken. Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch und allen lebendigen Seelen in allerlei Fleisch, daß nicht mehr hinfort eine Sintflut komme, die alles Fleisch verderbe. Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, daß ich ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allen lebendigen Seelen in allem Fleisch, das auf Erden ist.
1. Mo 9:12–16 · Luther 1912
MacArthur erklärt, dass Gottes Gedenken Seine Verpflichtung ist, das Versprechen zu halten, und der Regenbogen eine bleibende Erinnerung an den Bund.