Bibelverse über Weihnachten
Das Wort „Weihnachten“ kommt in der Bibel nicht vor, aber das Ereignis, das wir feiern, steht in ihrer Mitte. Jahrhunderte vor der Geburt Jesu sprachen die Propheten von einem Kind aus dem Haus Davids, das für immer regieren soll. Die Evangelien erzählen, wie Gott dieses Versprechen in Bethlehem einlöste.
Wie man Weihnachten feiern soll, sagt die Schrift kaum, umso mehr aber, wer da geboren wurde. Das Kind in der Krippe ist der ewige Sohn Gottes, der ein wirklicher Mensch wurde. Und er kam mit einem Auftrag: sein Volk von seinen Sünden zu retten.
Die folgenden Verse verfolgen diese Verheißung von den Propheten über die Freudenbotschaft bei seiner Geburt bis zu dem, was die Apostel über den Grund seines Kommens lehren. Die Geschichte der ersten Weihnacht steht ausführlich in Die Weihnachtsgeschichte in der Bibel.
Von den Propheten angekündigt
Darum so wird euch der HERR selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel.
Jes 7:14 · Luther 1912
Jesaja sagte das zu König Ahas, der Gott nicht um ein Zeichen bitten wollte. Nach John MacArthur wählte der Herr daraufhin selbst ein Zeichen, das sich erst lange nach Ahas erfüllte. William MacDonald erklärt, dass die Weissagung wie manche andere zunächst in Ahas’ Tagen eine nähere Erfüllung hatte und ihre volle in Christus findet.
(Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewig–Vater, Friedefürst;
Jes 9:5 · Luther 1912
Die Namen dieses Kindes sind zu groß für jeden irdischen König. MacDonald liest den Anfang des Verses so: Der Satz vom geborenen Kind spricht von seiner Menschheit, der vom gegebenen Sohn von seiner Gottheit. Matthew Henry sieht in ihm den, der als wahrer Gott und wahrer Mensch Frieden mit Gott stiftet.
(Und du, Bethlehem Ephrata, die du klein bist unter den Städten in Juda, aus dir soll mir kommen, der in Israel HERR sei, welches Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist.
Mi 5:1 · Luther 1912
Bethlehem war ein kleiner Ort in Juda, die Stadt König Davids. Micha kündigte an, dass von dort der Herrscher über Israel kommen soll. MacDonald weist darauf hin, dass die Worte vom Ursprung „von Ewigkeit her“ die Ewigkeit des Messias und damit seine Gottheit zeigen. Der Prophet will, so Rieger, gerade die Angefochtenen damit trösten, dass die Verheißung gilt, auch wenn Israel tief sinkt.
Die Namen des Kindes
Und sie wird einen Sohn gebären, des Namen sollst du Jesus heißen; denn er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden.
Mt 1:21 · Luther 1912
Der Engel sagte Josef, wie er den Sohn Marias nennen soll. Jesus ist die griechische Form des hebräischen Namens Jeschua, „Der Herr rettet“. Adolf Schlatter beschreibt, wie Matthäus von der ersten Zeile an alles auf Gottes Verheißung an Abraham und David bezieht: Diese Geschichte geschieht, weil Gott sein Wort Israel gegeben hat.
Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden seinen Namen Immanuel heißen,« das ist verdolmetscht: Gott mit uns.
Mt 1:23 · Luther 1912
Matthäus sieht in Jesus die Erfüllung der Weissagung Jesajas. MacDonald hält fest, dass Jesaja mit der Verheißung eine einzigartige Geburt, das Geschlecht des Kindes und seinen Namen vorhersagte. „Gott mit uns“ – am Ende des Evangeliums nimmt der Auferstandene diesen Gedanken wieder auf (Matthäus 28:20).
Eine Botschaft großer Freude
Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR, in der Stadt Davids.
Lk 2:10–11 · Luther 1912
Die ersten Hörer waren Hirten, die bei Bethlehem Nachtwache hielten. Schlatter zeigt, wie Lukas Jesus von Anfang an in das Schicksal Israels hineingestellt sieht: Selbst der Befehl des Kaisers diente Gottes Plan und führte ihn in Davids Stadt, den Ort der Verheißung. Retter, Christus, Herr: Die drei Titel sagen, wer dieses Kind ist.
Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.
Lk 2:14 · Luther 1912
Die Engel loben Gott, denn die Geburt des Retters offenbart seine Herrlichkeit. Schlatter betont, dass diese Geburt Gott schon jetzt verherrlicht und Anbetung weckt. Und MacArthur erklärt, dass der Friede, von dem hier die Rede ist, kein Ende aller Kriege verspricht, sondern Frieden mit Gott für die durch den Glauben Gerechtfertigten (Römer 5:1).
Warum Gottes Sohn kam
Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
Joh 1:14 · Luther 1912
Johannes nennt den ewigen Sohn Gottes das Wort. MacDonald betont, dass er schon immer beim Vater war und nun in einem menschlichen Leib in die Welt kam, um unter uns zu wohnen, nicht nur zu einem kurzen Besuch.
Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz getan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlöste, daß wir die Kindschaft empfingen.
Gal 4:4–5 · Luther 1912
Christus kam zu der Zeit, die der Vater bestimmt hatte. Schlatter beschreibt es so: Der ewige Sohn Gottes tritt in die Welt, und nun gilt, dass Gott bei uns ist. Er unterstellt sich dem Gesetz und trägt dessen Fluch, damit wir als Kinder angenommen werden. MacDonald sieht in diesem Vers eine kurze Aussage über Gottheit und Menschheit des Retters.
welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er’s nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Gebärden als ein Mensch erfunden;
Phil 2:6–7 · Luther 1912
Paulus stellt das Kommen Christi als größtes Beispiel der Demut dar. MacDonald und MacArthur betonen, dass Christus von Ewigkeit her wahrhaft Gott war und seine Herrlichkeit nicht festhielt, sondern die Gestalt eines Knechts annahm.
Das ist gewißlich wahr und ein teuer wertes Wort, daß Christus Jesus gekommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen, unter welchen ich der vornehmste bin.
1. Tim 1:15 · Luther 1912
Hier fasst Paulus den Sinn von Weihnachten in einem Satz zusammen: Christus kam in die Welt, um Sünder zu retten. MacDonald bemerkt, dass dies das erste von fünf „zuverlässigen Worten“ der Pastoralbriefe ist, ein Wort, dem man voll vertrauen kann. Paulus nennt sich den ersten der Sünder, denn er verfolgte einst die Gemeinde, damit niemand glaubt, außerhalb der Gnade zu stehen.
Das Kind von Bethlehem wuchs heran, gab sein Leben am Kreuz und stand auf, und darum ist seine Geburt eine so gute Nachricht.