Was bedeutet das Wort „Christus“?
„Christus“ ist kein Nachname, sondern ein Titel. Das griechische Wort heißt „Gesalbter“, wie das hebräische „Messias“, und sagt, dass Jesus der von Gott verheißene König und Retter ist. Ihn Christus zu nennen heißt zu bekennen, wer er ist.
Viele hören „Jesus Christus“ wie Vor- und Nachnamen. Tatsächlich ist „Jesus“ sein Eigenname, „Christus“ dagegen ein Titel, etwa wie „König“ in „König David“. Die Bibel hält beides immer wieder auseinander, und was dieser Titel sagt, gehört zum Kern der christlichen Botschaft.
Ein Gesalbter
Das Wort kommt von einem Verb, das „salben“ heißt. John MacArthur erklärt, dass „Messias“ die hebräische (oder aramäische) Form von „der Gesalbte“ ist und „Christus“ das griechische Wort, mit dem es übersetzt wird. Beides sind Titel, keine Eigennamen.
Im alten Israel hieß Salben mit Öl: Dieser Mensch ist für eine Aufgabe ausgesondert, die Gott gegeben hat. Man salbte Könige (1. Samuel 16:6), den Hohenpriester (3. Mose 4:3) und an einer Stelle die Erzväter (Psalm 105:15). MacArthur fügt hinzu, dass das Wort schließlich den Kommenden meinte, der Prophet, Priester und König zugleich sein sollte.
Diese Hoffnung zeigt der zweite Psalm: Die Herrscher der Erde lehnen sich gegen Gott und seinen erwählten König auf.
Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Herren ratschlagen miteinander wider den HERRN und seinen Gesalbten:
Ps 2:2 · Luther 1912
Nach MacArthur trifft diese Beschreibung nur zum Teil auf David zu, voll und ganz aber auf Christus. So hat auch die frühe Gemeinde den Psalm gelesen (Apostelgeschichte 4:25–26).
„Wir haben den Messias gefunden“
Als die ersten Jünger Jesus begegneten, benutzten sie genau dieses Wort. Andreas verbrachte einen Tag bei Jesus und ging dann sofort zu seinem Bruder.
Der findet am ersten seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden (welches ist verdolmetscht: der Gesalbte,
Joh 1:41 · Luther 1912
Adolf Schlatter schreibt, dass Andreas und der andere Jünger Brüder hatten und ihnen das gewaltige Wort brachten, das ihnen nun zur Gewissheit geworden war. William MacDonald ergänzt, dass jemand, der Jesus gefunden hat, meist möchte, dass auch seine Verwandten ihm begegnen.
Beachten Sie: Johannes erklärt gleich, dass „Messias“ „Christus“ heißt. Er schreibt griechisch für Leser, die kein Hebräisch verstanden, und zeigt, dass es dasselbe Wort in zwei Sprachen ist.